Zurück in Kellen - und DANKE!
14 Tage voller Programm liegen hinter uns - zwischen Hollum, Wasserspielplatz, Bastelarbeiten, Strand und und und ...
... nun gilt es Danke zu sagen.
Danke an die Teilnehmer
Danke an das Betreuerteam
Danke an das Küchenteam
Danke an die Lagerleitung
Und danke an alle Sponsoren, die unser Lager in dieser Form möglich gemacht haben. Namentlich noch nicht bedankt haben wir uns bei: den Firmen Dorsemagen, Bedachungen Eric Jansen, Beautyline, Wegner GmbH und Möbelhaus Kleinmanns sowie bei der JASPERS Steuerberatungsgesellschaft mbH, dem Kartoffelhof Wellmanns, der Heinz Company (Herr Suchan), der Metzgerei Terhoeven und dem Kindergarten Arche Noah. Außerdem wollen wir uns für Spenden bei den Familien Bisch, Kottnik und Herzberg sowie bei den Eheleuten Christ bedanken. Unterstützt wurden wir darüberhinaus auch von der Stadt Kleve, der Stadt Goch und dem Kreis Kleve.
Allen Helfern, Sponsoren und Untersützern gilt unser größter Dank!
Tag 14 – „Schießerei“ auf Ameland und lasset die Tränen kullern
Der letzte komplette Tag auf Ameland ist für uns angebrochen. Ein vorletztes Mal Wecken, ein vorletztes Mal unserer traumhaften Auswahl der Musik lauschen und ein vorletztes Mal Aufstehen. Übrigens: Ich habe dieses Lagerjahr vermehrt den Einsatz zum pünktlichen Start der Weckmusik vergessen. Heute hat Connie übernommen. Ich habe es tatsächlich – wieder mal – nicht pünktlich geschafft, aufzustehen. Touché, vierzehn Tage hinterlassen ganz offensichtlich ihre Spuren. Am Sonntag dann ausschlafen – ohne Wecker, Weckmusik, Weckkinder und Weckbetreuer. Eine der ganz ganz ganz ganz wenigen Sachen, auf die ich mich zurück in Kleve freue. Übrigens haben wir immer noch nicht unsere Essens-Glocke gefunden. Muss nächstes Jahr wohl neu angeschafft werden. Dieses Jahr haben wir mit Kirchenglocken überbrückt.
Nach dem Frühstück wurde zum Tagesdienst gerufen – und ich muss ehrlich sagen, irgendwie sah es nachher schlimmer aus als vorher. Zumindest der Boden. Und das auch noch nach der Arbeit von meinen „Großen Jungs“. Konsequenzen drohen ihnen nicht mehr. Es war der letzte Dienst der Bierzebras – später mehr. Nicht dass mir hier schon wieder die Tränen kommen. Für alle anderen hieß es Besen schnappen, Koffer unterm Bett hervorziehen und aufräumen. Dabei kamen manche unerwarteten Klamotten zum Vorschein, von denen einige Kinder gar nicht mehr wussten, dass sie diese besitzen. Vielleicht müssen wir das ein oder andere Handtuch auch nochmal bei der Ankunft in Kellen zeigen. Die Eltern dürften den Sachen ihrer Kinder kennen. Apropos Handtuch: auf den Wäscheständern hing in der vergangenen Nacht Wäsche – auch Handtücher. Problem nur, es war nass in der Nacht. Die Wäsche war nass und wartete auf die Sonne und Wind, um vor der Abreise noch trocken zu werden. Ist sie inzwischen übrigens. Während die Kinder sich um ihre Zimmer kümmerten, kümmerten sich die Betreuer um jene Kinder – aber auch um alle anderen Räume, auch die Scheune und die Wiese mussten aufgeräumt werden. Den Weg zum Speicher findet hier ein jeder inzwischen blind. Kisten, Truhen, Tüten – alles ab nach oben. Trotz holländischer Pappwände hält das Haus – auch unter der Last, die jetzt unterm Dach steht.
Das Programm füllte übrigens den gesamten Vormittag. Keine Zeit, für Pause, Handys oder einen Marsch zu JUMBO. Eine kurze Verschnaufpause bot das Mittagessen: Burger und Currywurst ausgegeben direkt aus der Küche. Ameland hat somit seinen ersten McWalk eröffnet. Das Goldene M ist also auch auf den westfriesischen Inseln angekommen. 14.45 Uhr Antreten – Fußmarsch zu „Outdoor Ameland“. Klettern und Paintball, am vorletzten Tag. Unüblich, sehr unüblich – aber dieser Programmpunkt gehört für die Kinder klar auf die „To Do“-Liste. Seit Tagen wurden wir gefragt „Wann gehen wir endlich Paintball spielen?“ Jetzt war es so weit. Zweimal zwei Gruppen ballerten mit bunten Kügelchen aufeinander. Parallel ging es für die übrigen Lagerteilnehmer in die Lüfte. Ein Parcours auf drei Metern, einer auf sechs Metern, eine Seilbahn, ein Free-Fall-Tower und eine Kletterwand warteten auf uns. Das Klettern wurde bei den Herren der Schöpfung zum Catwalk der besonderen Art. Nach dem Gurtfestziehen konnten sich einige von ihrem potenziellen Kinderwusch verabschieden.
Zurück im Lager haben wir Besuch vom Bürgermeister bekommen. Leider haben wir nicht so viele Spenden der Kinder für die Stadtkasse bekommen. Markus Dahmen hat den Spieß umgedreht: wir haben was von ihm bekommen. Als Geschenk lud er uns zum Eisessen ein. Vielen Dank! Vorher gab es aber noch Abendessen – alles was die Küche am letzten Abend parat hat. Und das war gar nicht mal so wenig. Ein bunter Mix aus den letzten Mahlzeiten. Anschließend wurde auf die Lagerwiese gerufen: großes Fotoshooting. Zum Glück haben – fast alle – beim morgendlichen Aufräumen ihr Lagershirt wiedergefunden. So tummelten sich mehr als 70 blaugekleidete Gestalten auf der Wiese. Zimmerfotos, Spaßfotos, Betreuerfotos – und eins mit allen zusammen. Der perfekte Einstieg für den Abend: im Tagesraum erwartete uns ein Rückblick auf unsere Lagerzeit. Komprimiert auf 53 Minuten – gar nicht möglich unsere Lagerzeit so einzukürzen. Schon beim Filmschneiden kamen bei mir die ersten Tränen. Immer wieder ist Ameland für mich wirklich die schönste Zeit im Jahr. Schon jetzt geht bei mir der Countdown: 350 Tage noch bis wir wieder auf die Insel fahren. So wie es mir schon am Mittag erging, kam es dann auch über die Kinder und Betreuer: die Tränen liefen und die Augen wurden rot. Für viele ein emotionaler Moment zum Lagerabschluss. Insbesondere als wir per Fotos aus den vergangenen Lagerjahren die „Bierzebras“ verabschiedeten. Die eingeschworene Truppe verlässt unser Lager nach diesem Jahr endgültig als Teilnehmer. Zum krönenden Abschluss erklang mit gesammelter Mannschaft das Amelandlied. Für die Heulsusen unter uns nicht hilfreich. Dann trat Martina nach vorne, bedankte sich bei den Kindern, bei den Betreuern und bei der Küche. Ein wahnsinnig tolles Team dieses Jahr – und eine wunderbare Lagerleitung, die dieses Amelandjahr zu einem ganz besonderen gemacht hat. Ein letztes Mal „Zähne putzen, Pipi machen, ab ins Bett“. Doch ausgerechnet die „Bierzebras“ blieben stehen. Zu ihrem letzten Lagerjahr bedankten sie sich bei Martina. Mit einigen Streichen haben sie unser Betreuerteam auf Trab gehalten und trotzdem vermissen wir die Jungs jetzt schon. Ich auf jedenfall: zum zweiten Mal war ich deren Betreuer. Zum zweiten Mal hatte ich den Spaß meines Lebens. Ich saß nur ein paar Meter von Martina und den „Bierzebras“ entfernt – und auch bei mir flossen die Tränen. Nicht förderlich für mich, dass die Jungs anschließend in geballter Power vor mir standen. Mit solchen Situationen kann ich ja nur ganz schlecht umgehen und meine Stimme brach immer wieder weg. Schriftlich geht das auch einfach besser: Ihr seid der Hammer, Jungs! Ich habe die vergangenen zwei Jahre unendlich genossen. Danke!
Eigentlich würde ich diesen Tagesbericht an dieser Stelle gerne beenden, doch auf dem Flur wurde es danach laut und der Boden zur Rutschpartie. Die Kinder suchten sich ihr Opfer: Emma wurde mit Sprühflaschen, Wasserpistolen und Trinkflaschen nass gemacht. Danach hieß es für die Kinder dann erstmal saubermachen. Wenige Stunden und wir sind wieder zurück – mit einem lachenden und einem weinenden Auge sagen wir: Bis gleich! (TJ)
Tag 13: Punkteteilung im Völkerball oder doch noch zum Leuchtturm geschafft
Tagesdienst: "Klein Lothar/Connie", so stand und steht es immer noch auf dem Tagesplan. Na prima, nachdem der Tagesdienst gestern nicht in Aktion getreten ist war also mit dem Schlimmsten zu rechnen. Die Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Auf den Toiletten sah es aus wie im Vorklärbecken des Städtischen Klärwerks auf Salmorth. Aber das ist es noch nicht einmal was mich wütend macht. Wir sind hier als Gäste in den Gemäuern und es ist eine Frechheit, besser gesagt eine Unverschämtheit, wie hier einige Jungs mit dem Hab und Gut anderer umgehen. Jeden Tag erscheinen lustige Tagesberichte, schöne Fotos und Filmchen werden über die Sozialen Medien verbreitet, aber wie es hinter den Kulissen aussieht, dass wird schön unter den Teppich gekehrt. Ich weiß nicht, wer auf den Toiletten alle drei Lampen runtergeholt hat (kaputt), ich weiß nicht wer die Dekobilder im Flur von der Wand geschossen hat und einfach liegen lässt (kaputt). Ich weiß auch nicht, wer hier seinen Cola-Dosen-Fetisch ausübt und permanent zerdrückte Dosen unter die Türklinken klemmt und wer "groß" in die Toiletten macht und nicht abspült (Dominic weiß es aber). Ich weiß nur, dass ich nicht mehr bereit bin, für solche Idioten meinen Urlaub zu opfern. Nach gut zwei Stunden war die Arbeit dann geschafft, etwas länger gebraucht, da einige von den Großen schon wieder unter der Dusche standen, während ich nur kurz frisches Klopapier geholt habe. Somit hatte ich das erste Völkerballspiel auch schon verpasst.
Womit wir beim Tagesgeschehen wären. Das Lager Griethausen war zum Völkerballspielen zu Gast. Gegenseitige Schlachtgesänge, wie ich sie zuletzt Anfang der 1990er Jahre gehört habe, klangen über die Wiese. Die erste Partie ging dann auch gleich an die Gäste. Coach Connie wirkte ratlos. Sie hätte ihren Spieler vielleicht sagen sollen, dass man nur aus dem Feld und nicht vom Rand abwerfen sollte. So ging Ball um Ball verloren und im Kellener Feld entstand mehr und mehr Parkraum. Anton wurde zur letzten Hoffnung, wurde aber von Matthis Merling auseinandergenommen. Nachdem ein Kopfwurf das Spielende bedeutet hätte ging Anton steil, die Emotionen kochten hoch und die Stimmung drohte zu kippen. Auch der VAR konnte keine Klarheit schaffen. Gott sei Dank stand mit Nils de Greef ein besonnener Schiedsrichter am Rand, der nicht lange fackelte und den Punkt aberkannte. Am Ende gewann Kellen das zweite Spiel und alles war gut. Ich bin schon froh, dass Martina die Teilnahme am Fußballturnier abgesagt hat. Das hätte am Ende nur unserem Ruf geschadet. Der Abwurf hätte übrigens gezählt, der Ball hat zuerst den Boden, dann den Kopf berührt.
Da die Kleinen Jungs auch noch ihren Traum von der Fahrt zum Leuchtturm erfüllen wollten, gab es im Anschluss die letzte Taschengeldausgabe. Daneben habe wir ein Opferdöschen aufgestellt. Jedes Kind, welches sein Resttaschengeld abholte, konnte auf freiwilliger Basis spenden. Denn am morgigen Freitag kommt der Bürgermeister, ihr wisst schon, der zweitwichtigste Mann in Kleve nach mir. In der Regel bringt er auch ein Geschenk, meist in Form von Eis mit. Diesmal wollen wir ihm etwas schenken. Das Opferdöschen kann er nächste Woche seinem Kämmerer übergeben für die leere Stadtkasse. Als Zugabe haben wir einen unserer Buzzer geopfert und neu bespielt. Wenn man ihn betätigt singt er jetzt: "Eine Mark für Klausi, denn Klausi der ist pleite, wieder einmal Ebbe in Klausis Portemonnaie".
Schnell noch mal den Bauchladen ein letztes Mal plündern und dann nichts wie auf die Fietsen, bevor wieder etwas dazwischen kommt. Die Mehrheit hatte sich gegen eine Hinfahrt nach Hollum durch die Dünen entschieden. Nun gut, dann eben die Hauptstraße entlang, aber mit reichlich Gegenwind. Kurz hinter 'Het Zwanewater' stand dann auch bei Toni 'TILT' auf der Stirn. Also Pause und Toni erst mal Hasis Schlafmaske für eine bessere Sauerstoffzufuhr aufgesetzt. Während dessen verteilte Till die Bonbons an die Gruppe, die eigentlich seine Schwester Ida gestern als Geburtstagsgeschenk bekommen hat. Von jetzt an gab Toni das Tempo vor und trotzdem haben wir das Ziel erreicht. Der Leuchtturm! Immer wieder imposant anzusehen, besonders wenn man direkt davor steht und empor guckt. Für mich deshalb unverständlich, das der Leckerautomat mehr Aufmerksamkeit erregt. Coladosen und Mars scheinen interessanter zu sein. Zumindest habe ich es hin bekommen, dass sich niemand zu überteuerten Preisen etwas gezogen hat. Einmal Leuchtturm rauf, Stufen zählen, verzählen, wieder runter und das obligatorische Foto machen. Weiter ging die Fahrt, aber nicht auf dem kürzesten Weg nach Hollum sondern in einem Bogen durch den Wald, denn ich konnte der Gruppe unmöglich Niklas Ahnengalerie vorenthalten. Eine Zwergenlandschaft mitten im Bos, die jedes Jahr weiter wächst. Sehr zum Leidwesen von Lenny und Freddy, die sich schon Kiefernzapfen zwischen die Augen geklemmt hatten, denn die letzte Nacht war kurz wie eine Zündschnur. Apropos Niklas. Tobi musste die Gruppe alleine führen, da Niklas die einmalige Chance hat, eine Führungsposition in seiner Einrichtung zu bekommen. Dafür muss er aber Lehrgänge absolvieren und konnte nicht mitfahren. Soweit die offizielle Version. Wie dem auch sei, Schluss mit der Stiefelleckerei. Pommes und Beilagen in Hollum mundeten anschließend sehr und das Ganze wurde mit frisch erworbenen Getränken aus dem ortsansässigen PLUS heruntergespült. Danach hieß es wieder aufsatteln und entlang des Watt zurück. Meistens ohne einen Blick auf das schöne Wattenmeer zu riskieren. In Buren angekommen wurden wir direkt nach Metz durchgewunken, die Räder mussten zurückgebracht werden. Ab jetzt müssen Sandalen wieder gegen Laufschuhe getauscht werden.
Den Tag am Wasser verbrachten die Mittleren Jungs. Gleich mehrere Teiche in den Vlijen wurden angefischt, hier ein Köder, da ein Köder, leider ohne Erfolg. Also kein Fisch zum Abendbrot. Obwohl ich nicht dabei war, kann ich sagen woran es lag. Beim Angeln ist Ruhe das Gebot der Stunde und wie gesagt, wir schreiben gerade über die Mittleren Jungs. Die Großen machten sich nützlich und brachten weiter fleißig Räder zurück. Auch jenes mit Plattfuß und das Abgeschlossene, dessen Schlüssel unauffindbar war. War!! Parker fand ihn rein zufällig unter seinem Bett, selbstverständlich nachdem die Jungs es zu Metz getragen hatten.
Das Bier wird knapp. Hasi hat sofort reagiert und 200 Bitburger bestellt. Dabei muss ihm wohl Uli der Fehlerteufel über die Tastatur gelaufen sein, denn geliefert wurden 200 Hitburger. Hitburger sind eine Burger-Eigen-Création der Küche und alle waren vergriffen. Allerdings nur die 100 zubereiteten, so dass es morgen noch mal Burger geben wird. Hasis' findiger Schwager hielt dies für eine Wortspiel und bemerkte, dass man durch den Austausch von neun Buchstaben aus dem Wort Hitburger das Wort Oettinger machen kann. Mit diesem Rätsel werde ich heute wahrscheinlich auch einschlafen ohne es zu knacken.
Nach der Besprechung gab es die ersten Aufräum-Arbeiten. Zum einem haben wir dann morgen nicht soviel zu schleppen, zum anderen musste in der Scheune Platz geschaffen werden für den Gala-Abend. Wer näheres darüber wissen möchte kann sich gerne die Berichte der letzten Jahre anschauen. Die Kinder machen sich chic, laufen auf einem roten Teppich ein und führen gruppenweise etwas auf. The Voice Kids, ein Bechertanz, Macarena, wer wird Millionär?, Klein gegen Groß und ein Tanz der Kleinen Mädchen wurden dargeboten. Auch die Betreuer beteiligten sich erneute mit einem Medley und gemeinsam wurde der Abend mit dem Biertornado beendet.
Zu Ende geht morgen nicht nur das Lager sondern auch die Ära der "Großen Jungs". Einige von ihnen durfte ich nun seit sieben Jahren begleiten, habe sie aufwachsen und 'Erwachsen' werden sehen, einige privat noch länger. Hier und da ist noch der ein oder andere dazugekommen und insgesamt sind sie eine tolle Truppe geworden. Zusammen haben sie sich für das Sakrament der Taufe entschieden und den Namen 'Bierzebras' angenommen. Trotz ihrer Streiche und mancher Aussetzer sind es super Jungs, die bei uns in der Breslauerstraße immer gerne gesehen und willkommen sind. Ihr 'Ameland' endet am Samstag für immer, zumindest als Lagerkind. Trotzdem an dieser Stelle: Danke Jungs, auch das ihr es immer mit Humor genommen habt, von mir durch den Kakao gezogen zu werden. Genießt die kommende Zeit miteinander, denn eines Tages kommen die Frauen und reißen euch auseinander. Denn: Zicken sind stärker als Zebras!
So, jetzt noch schnell in die Gratulations-Schlange einreihen, denn Paul P. hat Geburtstag. Wieder mal im Lager. Lenny war schlauer als Anja im letzten Jahr. Er hat nur eine Geburtstagskerze entzündet und sich nicht die Haare angekokelt. Mal sehen, was der LKW morgen an Geschenken bringt. Wir sind gespannt, ihr auch? (LR)
Tag 12: Sonnenmilch, Handtuch, das Meer ruft oder die doppelte Abkühlung
Nach der gestrigen Nachtwanderung hieß es heute für alle: Ausschlafen! Oder zumindest für alle, die wollten. Frühstück gab zwischen 10 Uhr und 12 Uhr. Aufgetischt wurden neben Brot, Käse und Co. auch wieder Speck, Rührei, Würstchen und Bratkartoffeln. Außerdem gönnte die Küche Brötchen. Der Esstisch war gefüllt, wie fürs Frühstückbuffet vom Elaya Hotel. Anschließend verabschiedeten wir Christel, die uns in den vergangenen Tagen besucht hat und zum Abschied nochmal kurz ihr Portemonnaie öffnete – und es rief die Lagerwiese: blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und gut gelaunte Kinder. Wer die Tafel im Tagesraum lesen kann, ist klar im Vorteil. 26°C Höchsttemperatur luden das gesamte Lager zum Baden ein. Zum Glück haben wir am Eingang zum Betreuerraum ein Plakat „Was brauche ich für den Strand?“ So können sich die Kinder nochmal vergewissern, was sie alles ans Meer mitnehmen müssen. Wer keine Cap hatte, bekam eine dem Lager gesponsorte. Ihr könnt euch vorstellen, wie diese so in etwas aussahen und wie beliebt die Kopfbedeckungen waren. Außerdem mussten alle eingecremt sein. Heißt es fing auch das große Spiel namens „Wer schiert mir dem Rücken ein?“ Zum Strand ging es dann per Fahrrad – oder zu Fuß. Die Jungen fuhren dabei schon oberkörperfrei – Ameland kann nämlich auch Sommer. Und zwar richtig schön! Wenige Minuten später hatten wir es uns am Strand gemütlich gemacht. Schwungtücher raus, Handtücher drauf und ab ins Wasser. Wobei jenes Handtuch hatte ich tatsächlich vergessen.
Nicht die Packliste am Betreuerraum gelesen und zack ging es für mich zurück ins Lager, mein Handtuch einsammeln. Zurück am Meer habe ich unsere Gruppe fast nicht mehr gefunden. Ich sah zwar die Schwungtücher – aber wo waren die Kinder und wo waren die Betreuer? Keiner da, fast keiner. Es ging für wirklich nahezu jeden ins Wasser. Zwischen den Wellen trubelten sich locker 50 Kellener Kinder und mit ihnen auch fast jeder Betreuer. Alle hatten die Abkühlung dringend nötig. Es war einfach zu warm. Den Rest des Mittags tingelten wir zwischen Wellen und Schwungtuch – Schwungtuch und Wellen – Wellen und Schwungtuch. Und in der Zwischenzeit gab es das Restaurant auf vier Rädern. Die Küche lieferte Sandwiches, Frikadellen, Grillfleisch, Äpfel, Süßes und Trinkpäckchen (Danke an dieser Stelle an jegliche Saftspenden von Niederrhein Gold/Claus Giebels. Essen und Trinken with a view, was will man mehr. Ein kurze Verdauungspause später ging es zurück in die Wellen. Bewaffnet mit der GoPro – für tolle Aufnahmen. Und mit ganz viel Algen, frisch gefischt aus der Nordsee. Ich weiß zwar nicht so ganz wie ich das geschafft habe, aber irgendwann galt das Motto „Alle gegen Tobi“ und ich sah kurze Zeit später aus wie der Grinch. Nicht wegen Weihnachten, wegen Grün – ganz ganz grün. Nachdem ich mich wieder von den Algen befreien konnte, ging es zurück ins Lager. Connie suchte den Besitzer einer Kopfbedeckung mit „Von wem ist dieser Huuuuut?“, Johann kam auf einmal mit Krücken angelaufen und Greta stoppte plötzlich auf dem Rückweg, weil sie ihre Cap verloren hat. Als ich mir Johann genauer ansah, waren es doch nur die Schüppen, die er eingesammelt hat.
Nach dem Rückweg erkämpften sich die Gruppe den Zugang zu den Duschen. Schließlich gibt es für Mädchen und Jungen nur je zwei Duschen – und wenn alles Wasser parallel läuft, gibt es auch nur ein Rinnsal. Haarwaschtag müsste also gegebenenfalls nochmal vertagt werden. Zurück im Lager haben wir auch erneut Besuch bekommen: Birgit und ihr Mann Andre sind auf der Insel. Nach 18 Jahren erstmals ohne Lager zu dieser Zeit. Die Leitung hat Birgit ja nämlich zu diesem Jahr abgeben – und Martina rockt jetzt ja (wieder) den Laden. Zum Abendessen wurden Asia Nudeln und Pizza gereicht. Anschließend stand Showtime auf dem Programm: Mittwochabend, 20.15 Uhr: Zeit für „Wetten, dass..?“ - zumindest für unser Lager die optimale Zeit und das optimale Wetter. Wir versammelten uns draußen in fünf Gruppen, die gegeneinander und gegen uns Spielleiter antraten. Wasser über den Kopf transportieren katapultierte sich zum Publikumsliebling und sorgte, bei denen, die nass wurden, für schiefe Gesichter. Oder bei Leon dafür, dass er sich kurzerhand eine Wanne voll mit Wasser schnappte und Henry Holtz das Wasser über Kopf, Brust und Schoß schüttete – Beweisvideo findet ihr auf Facebook und Instagram. Außerdem gab es u.a. Schubkarrenrennen und Lieder erraten. Aber es sollten auch die Betreuer einbezogen werden: Nico musste Nutella aus einem anderen Lager besorgen, Lenny mit einer Fremden tanzen und Dominik Lagerteilnehmer an ihrer Stimme erraten – bzw. Dominik ist kläglich dran gescheitert. Währenddessen haben Lenny und Nico – aber auch Freddy und Connie, die im Sackhüpfen antraten – ihre Wette gewonnen. Die Küche versorgte als Wette übrigens in der Pause die Kinder mit Eis. Außerdem bekamen wir Besuch von QUEENS, die namentlich als Anja, Martina, Hase und Connie vor der Partymeute performente. Die letzte Wette war traditionell „In 100 Sekunden bettfertig wieder unten sein“ – tatsächlich haben es am Ende nur zwei Kinder nicht pünktlich geschafft. Nach dem Amelandlied ging es „Zähne putzen, Pipi machen, ab ins Bett“. In der Zwischenzeit haben wir Idas Geburtstag gefeiert und uns über die Spende von Familie Wenger für die Betreuerkasse gefreut – in diesem Sinne: Prost (natürlich mit Apfelschorle). (TJ)
Tag 11: Frikadellen am Oerd und first letter Party sowie the first silent Disco
Ich weiß nicht, wie es passieren konnte, aber ich habe meinen Wecker gestern falsch gestellt und bin eine Stunde eher als geplant wach geworden. Schade um den fehlenden Schlaf, dafür war es eine Wonne in den strahlend blauen Himmel zu blicken. Endlich mal die erste Tasse Kaffee auf der Terrasse und dabei die Ruhe genießen. Da ich auch nach sieben Jahren unsere Anlage noch immer nicht beherrsche haben wir den Zustand der morgendlichen Göttlichkeit erst mal belassen, bis Tobi seines Amtes waltete und den Stall zum Leben erweckte. Schnell das Frühstück abwickeln denn der Strand lockte, zumindest für die Kleinen Jungs und Mädchen. Die Großen wurden zum Sondertraining auf den örtlichen Sportplatz gebeten. Abschlusstraining vor dem großen Spiel gegen das Lager Griethausen. Ein Jeder wollte sich für die Startelf empfehlen. Dumm nur, dass es kein Spiel geben wird, mangels Spieler des Gegners. Oder kneifen Holliciz und Lutticiz? Egal, ersatzweise wird es ein Völkerballspiel geben. Connie wurde einstimmig zum Bondscoach gewählt und gibt sich siegessicher. Ich aber sage: ehe wird Deutschland Weltmeister, als dass man Griethausen im Völkerball besiegt. Glaubt mir, ich weiß wovon ich rede. Wenn auf dem Spielbogen der Gäste die Namen Reintjes, Blenkers, Tuxhorn oder Niesen auftauchen, dann rate ich euch: rennt schnell weg! Irgendwie bin ich froh, dass ich dann mit den Kleinen Jungs auf dem Weg zum Leuchtturm sein werde und mir die Demütigung erspart bleibt.
Die Kleinen Jungs machten sich schleunigst auf zum Strand. Wer weiß, ob es noch eine Gelegenheit gibt. Im Gepäck waren neun Schüppen und ein Metalldetektor. Der lag noch in der Breslauerstraße im Keller, denn die Reintjes-Kinder spielen jetzt lieber mit Mädchen als mit Technik. Schatzsuche am Strand. Mal sehen, ob etwas wertvolles gefunden wird. Aber erst mal in die Fluten. Der Höchststand war fast erreicht, der Wellengang dreimal so stark wie früher im Nibelungenbad. Die Kinder kamen wassertechnisch voll auf ihre Kosten während ich meine Baywatch-Kenntnisse anwendete und wachsam die Augen aufhielt - im Gegensatz zu den Kollegen auf dem Handtuch. Auch die Kleinen Mädchen zog es an den Strand und ins die Wellen. Da war aber noch jemand, die kennen wir doch. Unsere Freunde aus Hamm stiegen ins Nass und hatten so viel Stimmung im Gepäck, dass die See augenblicklich spiegelglatt wurde. Nicht jeder wollte ins Wasser. Der Rest arbeitete fleißig weiter oben am Strand und so entstand binnen kürzester Zeit Garzweiler III. Sollte es Leben im All geben, so wird man es von dort aus sehen können. Zeit zum gehen. Wie bekomme ich die Jungs jetzt aus dem Wasser. Ich selbst wollte mit meiner wunden Leiste nicht so weit ins Salzwasser und die Mitbetreuer hat Garzweiler III verschluckt. Also streckte ich den Arm aus, teilte das Meer und gelang so trockenen Fußes zur Gruppe und vor allem zu Parker, der es sage und schreibe zwei Stunden im Wasser ausgehalten hat.
Während all dies geschah, oder auch nicht, denn ich habe ein bisschen geflunkert, versuchten sich die Großen Mädchen im Minigolfen auf Klein Vaarwater. Oh, Rosalyn, du hast heute aber ein bisschen viel Rouge aufgetragen. Oh, Rosalyn, das ist ja gar kein Rouge, das ist Blut. Manel hat es trotz ihres Handycap von 4 geschafft, Rosalyn mit einem Hole-in-One in Loch Eins zu versenken. Das ganze leider auf Kosten der Augenbrauen, nur ein kleiner Cut. Silvester Stallone hätte das selbst erledigt aber wir wollten nicht auf ihn warten, also ab zu den Maltesern. Dank des Beitrags den wir pro Kind zahlen, wurden wir auch gleich wie Privatpatienten behandelt. Der Cut wurde geklebt und Rosalyn bekam auf den Schock erst mal einen Malteser. Erst Jule, jetzt Rosalyn, wo wir sind, da ist Blut. Wie gut, dass wir bestens für die Erstversorgung und Weiterbehandlung gewappnet sind. Danke an dieser Stelle an die Marien Apotheke, die uns mit Medikamenten versorgt hat.
Zurück im Lager fiel mir sofort der südländische Akzent der Küche auf. Hängt das mit dem Mittagessen zusammen? Es gab Döner. Lecker, genug und alle wurden satt. Am Ende blieb auch nichts außer ein paar Salatblätter übrig. Im Gegenteil zu unseren Pfarrgenossen vom Alten Rhein. Hier waren nach der Mahlzeit noch 60 Fladenbrote abzugeben. Ich sage nur: Augen auf beim Metro-Kauf! Die Mittagspause bot eine kurze Zeit der Erholung. Alternativ konnte man sich aber auch in die Schlange vor der Scheune einreihen. Der Bauchladen hatte wieder seine Pforten geöffnet. Es kommt zukünftig viel Arbeit auf die Klever Zahnärzte zu. Schon um 15.15 Uhr entbrannte der nächste Kampf um die Fahrräder. Ziel sollte der Strand in Buren sein. Und wer lief uns das trommelnd und Querflöte spielend über den Weg? Die Hammer, hört sich schrecklich an. Man merkt es spätestens jetzt: Wir haben es nicht so mit dem Lager. Stimmt deren Nichtsympathiegrat liegt auf einer Wellenlänge mit der AfD oder dem 1. FC Kleve. Nach einer Wattwanderung und einer Kutterfahrt wollen wir heute das Triple holen. Es fehlt noch die Treckerfahrt am Strand zum Oerd. Da die Agrardieselrückvergütung auf Ameland noch nicht angekommen ist, müssen wir diese Fahrt natürlich bezahlen, denn Familie De Jong will ja auch leben. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle, stellvertretend für das ganze Lager, bei der Familie Rimsampessij - Next Arnhem - bedanken, die die Kosten für den Ausflug zum Inselende gesponsort haben. Also rauf auf die Hänger, auf Madame Gazelle warten, Madame Gazelle kommt nicht, also Kommando Abfahrt. Nachdem wir den Hauptstrand hinter uns gelassen hatten, kamen wir auch mal in die Ecken, in die man sich sonst nicht allzu oft verliert. Dort wo diejenigen wohnen, denen es nicht so gut geht. Da war beispielsweise eine ganz arme Frau am Strand, die hatte gar keine Kleider an … Die Fahrt ging weiter, durch nahezu unberührte Natur. Nach dem Ende der Radwege nur noch Wasser und Dünen bis zum Ende der Insel. Auf der einen Seite das Festland in Sichtweite, auf der anderen Seite Schiermonnikoog scheinbar greifbar nahe. So stellt man sich "am Arsch der Welt" vor, es sei denn man kennt Schenkenschanz. Äpfel, Schnupp, Trinkpäckchen, Apfeltaschen und Frikadellen machten den Aufenthalt zum Genuss. Ein einsamer Seehund, der sich auf einer Sandbank sonnte, schielte geradezu neidisch herüber. Leider blieb keine Zeit mehr, um schöne Muscheln zu sammeln, weil es keine schöne Muscheln gab. Das war auch mal anders, also nichts wie aufgesessen und zurück nach Buren. Dort angekommen wurde am Strand unser Lagertanz aufgeführt. Von dem Geld, welches wir damit eingenommen haben, wollen wir der armen Frau Kleider kaufen, zumindest einen Bikini.
Nach dem Abendbrot verschwanden alle auf die Zimmer, um noch ein wenig an ihren Kostümen zu feilen. Denn heute stieg die First-Letter-Party. Ich glaube es schon mal übersetzt zu haben: die Erste-Buchstaben-Feier. Jeder trug ein Kostüm mit seinem Angangsbuchstaben. Hier das was mein Gedächtnis noch hergibt. Anja der Angler, Anni der Aldi, Levin der Löwensenf, Tanja der Tiger, Lara der Lidl, Emma, Emmi und Emma die Elfen, Leander der Life-guard, Paul die Pizza, Jan, Janus und Jakob die Jägermeister, Greta als Gru, Maja als Minion, Moritz als Mario Brother, Magnus als Marcel, Marcel als Magnus, Vincent als Vektor, Len J. als Luigi und Lothar als Lolli-Lothar. Die Lutscher durften anschließend geräubert und gegessen werden. Ich bin mir sicher, das bringt mir bei der Wahl zum Betreuer des Jahres weitere Punkte ein. Die Nr. 1 aber war Hasi als Wabbel-Wackel-armiger Windhosenkamerad - heute nur kurz Hampelmann genannt, der uns zudem mit frischen Slush-Eis (Cola und Orange) versorgte.
Soviel zu Teil 1 des Abend, Teil 2 wurde integriert und zwar in Form von Kopfhörern für Jeden. Das Ganze hat auch einen Namen und heißt Silent-Disco! Griethausen praktiziert diese moderne Art des Tanzabends schon seit längerer Zeit. Lagerleiter Sascha Merling war so nett uns die Kopfhörer für den heutigen Abend auszuleihen. Vielen Dank dafür Sascha, wir werden uns erkenntlich zeigen. Einige technische Daten: Die Kopfhörer haben drei Stufen, auf jeder Stufe kann eine andere Musik eingestellt werden. Wir haben uns für Schlager (rot), Techno (blau) und grün (White Girl Music) entschieden. Lautstärke wird auf der andern Seite geregelt. Knöpfchen an und dann ab die Post. Jeder hört, was er eingestellt hat und drei Gruppen tanzen auf unterschiedliche Weise. Das Ganze ohne Lärm, eine Ideallösung für uns. Unser Beschwerde freudiger Nachbar kann uns - zumindest heute mal am Arsch lecken. Die Scheune war voll wie noch nie, es wurde getanzt wie noch nie. Nach unserer Abreise kann Bernhard erst mal neuen Estrich legen. Das Entleihen hat natürlich seinen Preis, warum nicht gemeinsam Etwas anschaffen? Mein Vorschlag: Die 'Froschkönige' und 'De Löschis' erhöhen in der nächsten Session die Gagen und wir schaffen gemeinsam eigene Kopfhörer an.
Die anschließend begonnene Nachtruhe wurde abrupt unterbrochen und die Gruppen mittels Topfschlagen in den Tagesraum gescheucht: Nachtwanderung!! Die großen Jungs übernahmen Strecken- und Erschreck-Posten. Mehrere Stationen luden zu kleinen Spielchen ein. Dumm nur, dass ich aus gegebenem Anlass die Mittleren Jungs begleiten sollte. Keine gute Idee und die folgenden Zeilen dienen alleine dazu, etwas Frust abzubauen. Sie hören nicht, sie sind zu laut, sie laufen nicht wie vorgeschrieben und sie beteiligen sich nicht vernünftig an den Spielen, obwohl seit Tagen gefragt wird: wann machen wir Nachtwanderung? Das Ganze änderte sich in den Vlijen. Im Grunde bin ich froh, dass ich mir eine kleine Erkältung eingefangen habe. So hatte ich genügend Taschentücher dabei um Len Jansen und Len Fest den Hintern abzuwischen, nach dem sie sich eingekotet haben. Das war auch mein einziges Vergnügen. An Manels' Stelle würde ich morgen etwas auf Abstand bleiben. Das Gute an der Gruppe ist, man kann sie ohne Aufsicht in der See schwimmen lassen. Die Hälfte ist so hohl, sie würden niemals untergehen. Stadtranderholung auf dem Fingerhutshof ist für den großen Teil sicherlich eine Alternative zu Ameland. Aber ich denke selbst beim Hüttenbau wird sich jeder zweite einen Nagel in die Hand kloppen. Mein Fazit: Die Begleitung zur Nachtwanderung hätte ich besser in Schlaf investieren können und genau das mache ich jetzt: Gute Nacht! (LR)
Tag 10: Ab zum Leuchtturm oder Karsten kommt!
Neun Jahre ist es jetzt her, dass der letzte „Bibi und Tina“-Film mit Lina Larissa Strahl und Lisa-Marie Koroll in den Hauptrollen veröffentlicht wurde. Für uns Zeit genug, die dazugehörigen Lieder zu reaktivieren: Mit „Mädchen gegen Jungs“, „98 Prozent“ und „Up, Up, Up“ sollten die Kinder so geweckt werden und schnell hörte man schon Mitgesänge von den Mädchen. Bei den Jungen hieß es eher, weiter die Augen zu und bloß nicht hinhören. Trotzdem schafften wir es bzw. schafften es die Kinder, sich um 09:30 Uhr im Tagesraum zu versammeln: Frühstück! Vor allem die Mädchen – von klein bis groß – brauchten auch die Stärkung. Mit den Rädern ging es in Richtung Hollum. Der Leuchtturm wartete auf uns. Der anfängliche Regen hielt uns nicht davon ab, auf die Drahtesel zu steigen. Zum Glück ließ dieser aber irgendwann nach und der Horizont sah immer mehr nach Rot-Weiß aus. Der Leuchtturm wurde Kilometer für Kilometer größer. Parallel dazu konnten die Jungen zwischen Fußball und Minigolf wählen. Nicht überliefert ist, ob sie die Angebote auch wirklich alle gehört haben. Denn Martina hat sich in der Zwischenzeit von ihrer Stimme verabschiedet. Und wenn man dann eigentlich täglich etwas zu erzählen hat, wird das schonmal schwierig. Trotzdem entschieden sich letztlich knapp ein Drittel für Minigolf im Klein Vaarwater, die anderen zog es auf den örtlichen Fußballplatz. Dort warteten sie auf das Scouting für die internationalen Vereine. Kurzer Spoiler: Wir sind alle im Lager, kein Wechsel in die Proficlubs.
Profis stehen dafür in unserer Küche: mittags gab es Nudeln – aber nur für alle Nicht-Leuchtturm-Tourer. Für die Ausflügler wurde die Pommesbude in Hollum auserkoren, um den Hunger zu stillen. Wer schließlich so viel strampelt, hat sich eine kulinarische - und vor allem typisch Niederländische Belohnung auch verdient. Mit vollem Magen ging es wieder ins Lager. In der Zwischenzeit konnten sich die Jungen kreativ austoben oder in Richtung JUMBO aufbrechen, um ihren nötigen Zuckerhaushalt aufzufrischen. Mit ein wenig Verspätung ist die Supermarktgruppe zurückgekehrt. Mit Zeitdruck im Nacken, denn ab 17 Uhr hieß es: „Beschirmt, beschützt, in Deiner Hand“. Das Pastoralteam um Pastor Karsten feierte Gottesdienst mit uns. Für sie war klar, je lauter desto besser. Es galt die Ansage: Wir legen großen Wert auf Lautstärke. Wir ja auch, aber leider eher nicht so, wie es das Pastoralteam gerne hätte. Durch einen freundlichen Nachbarn müssen wir abends – und ab und zu auch schon tagsüber – unsere Lautstärke runterschrauben. Für ein Ferienlager eher unüblich, aber der Nachbar hat offenbar ein Faible dafür, uns zu schikanieren. Leider für uns nichts Neues, auch im vergangenen Jahr mussten wir uns mit jenem Ameländer rumschlagen. Zurück zum Gottesdienst: im Duell haben wir „Halleluja“ - „Preiset den Herrn“ zum Besten gegeben. Immer zwei Gruppen gegeneinander: zuerst Jungs vs. Mädchen, dann Brillenträger vs. Nicht-Brillenträger und zum Schluss kurze Hose vs. lange Hose. Da haben wir unserer Kreativität keine Grenzen gelassen.
Direkt im Anschluss stieg Rauch hinter der Scheune auf – aber kein Weihrauch. Der Grill wartete! Schon zum dritten Mal dieses Jahr, wurden Fleisch, Salat, Brot und Co. serviert. Nach einer kurzen Pause versammelten sich die Kinder in der Scheune. Das Betreuer- und Küchenteam saß parallel hinter einem Vorhang mit Taschenlampen bewaffnet: Geschworenenspiel. Wie viele der Teammitglieder haben ein Piercing? Wie viele der Betreuer können mehr als drei Fremdsprachen? Den Tagesabschluss macht ein Ausflug zur benachbarten Eisdiele. Nachtisch für alle Lagerteilnehmer – gesponsort von Ingo Hermsen (Logopädie Kleve). Vielen Dank!
Die großen Jungen zog es in Höchstgeschwindigkeit in Richtung Meer. Der Sonnenuntergang rief. Nach einem ausgiebigen Fotoshooting machten wir es uns in den Dünen gemütlich. Bis die Augen plötzlich groß wurden: Ein Auto hatte sich im Sand festgefahren. Da brachten auch die Anschiebeversuche der „Bierzebras“ nichts. Erst mit der Hilfe der Polizei konnte der Wagen befreit werden. Die mittleren Jungen und großen Mädchen machten es sich parallel in der Scheune gemütlich. Die Sonne ist inzwischen unten, die Scheune leer und die Kinder im Bett. Gute Nacht! (TJ)
Tag 9: Die Zahl der Opferlager steigt oder ich fühl' mich Disco
Die Wecker blieben heute morgen stumm. Es war Gammelmorgen. Nach der gestrigen Aussperraktion und erfolgreicher Rückeroberung des Lagers auch verdient. Neben den üblichen Broten, Milch und Kakao lieferte Pic-Nic Würstchen, gebratenen Speck und Rührei für ein ausgewogenes, spätes Frühstück. Für den Fahrer hieß es am Ende 'Katsching'. Er war seit zwölf Stunden unterwegs und schlief auf der Stelle ein. Nachdem im gestrigen Bericht schon ein Einblick gewährt wurde, griff Tanja das Thema Betreueraussperren noch einmal auf. Sie ist seit nunmehr zehn Jahren dabei und hat noch nie solch eine tolle Aktion mitgemacht. Sowohl von den Kindern und ihren Ideen, als auch von der Mitmachbereitschaft der Betreuer. Na klar, bei so einer tollen Moderation von Leon Barth und Hannes Blank war es eine tolle Party. Soviel zu Tanjas gutem Beitrag heute. Ihr schlechter Beitrag bestand darin, die Poolnudeln vorzeitig aufzublasen und unter die Kinder zu bringen. Keine gute Idee, denn selbstverständlich wurden die Nudeln durch hauen und klatschen in Bewegung gehalten und erzeugten Lärm. Viel Lärm, lauten Lärm! Toll Tanja!
Der Gammelmorgen ging in eine kurze Pause über, ehe es noch einen kleinen Übergangssnack gab. Pfannkuchen und Blaubeeren wurden serviert. Die Küche durfte nun auch noch die Betreueraufgaben übernehmen, denn wir hatten uns im Vorhaus zusammengerottet und schmissen uns in unsere Kostüme. Genau! Es ist der zweite Sonntag in den Ferien auf Ameland. Das bedeutet Kölle Helau und Düsseldorf Alaaf in Nes! Das Betreuersuchspiel steht auf dem Stundenplan. Die Kostümvielfalt kannte keine Grenzen. Es wurde hier und da gezupft, sich geschminckt, da noch etwas geschnibbelt und auch festgestellt, dass das ein oder andere Kostüm einige Jahre zuvor schon mal besser gesessen hat. Am Ende gingen wir mit folgender Riege in den Kampf: Ein Ninja, ein Dieb, eine Wald-Elfe, Freddy Mercury, eine Nonne, ein Zebra, ein Onisie, ein Panzerknacker, ein Tiger in einem roten Overall, eine Gangsterfee, ein Teletubbi und Elise der Ameisenbär. Huch!! Eine kleine Regenschauer geht nieder. Prompt kam eine Absage. Das Hauer Mädchenlager plant Programm im Hause. Da muss man sich nicht wundern, wenn das Bedburger Nass eines Tages geschlossen wird, wenn die Hauer so wasserscheu sind. Auch Griethausen muss die Premiere beim Betreuersuchspiel ein Jahr aufschieben. Ich meine, es wurde bei der Lagerleiterkonferenz ja schon angesprochen: Es gibt immer mehr Opferlager! Aber das diese uns räumlich so eng einkreisen, haben wir nicht erwartet. Unserem Spaß tat dies nichts ab. Unsere Parole griff in diesem Jahr auf unsere Peppa Wutz-Charaktere zurück. Bei Auffindung musste man sich mit seinem Nicknamen zu erkennen geben. Ich denke heute ist es an der Zeit uns zu outen. Als da wäre Tobias als Linus Löffel, Connie als Wendy Wolf, Maja als Molly Mietze, Hasi als Pedro Pony, Christa als Zoe Zebra, Hase als Emily Elefant, Emma als Frau Mümmel, Anja als Lucy Locke, Lenny als George Wutz, Martina als Luisa Löffel, Freddy als Klausi Kläff, Tanja als Elena Esel, Dominic als Edmund Elefant, Christel als Madame Gazelle, Birgit als Oma Wutz, Nico als Freddy Fuchs und Lothar als Mister Kartoffel. Aber bitte! Es muss jetzt niemand morgen die erste Fähre nehmen und sein Kind abholen. Wir machen doch nur Spaß. Und den hatten sowohl wir als auch die Kinder. Ich weiß jetzt nicht, welches Kostüm das Beste war. Ist es Hasi, der ein Pop-Up-Zelt auf der Kirchenwiese aufgebaut hat und dort ein Mini Kleinvaarwater errichtete? Seine Performance hieß "Der Chlochard". Oder ist es der Mann, der sich als Horst Funke verkleidet hatte, von dem Fantomas in Sachen Verkleidung noch hätte lernen können. Ich bekomme gerade einen Ellebogen in die Seite. Es war wohl doch der Original Horst, der einen Camper in Ballum stehen hat und derzeit auf Ameland verweilt.
Zurück im Lager gab es erst mal die versprochene Handyzeit. Die war auch nötig, die Entzugserscheinungen waren so groß, da hätte auch kein Methadon geholfen. Die Tische im Aufenthaltsraum beginnen zu rauchen. Ein sicheres Zeichen: Das Abendessen ist fertig. "Schon wieder Suppe", kam es abwertend von den kleinen Jungs. Kinder, macht erst die Augen und dann den Mund auf. Es war Hähnchencurry mit Reis. Steht auf meiner persönlichen Essensliste hier unter den TOP 3. Da ich zweimal in die Küche musste und um Nachschlag bettelte, schien es auch dem Rest der Mannschaft geschmeckt zu haben. Für die bessere Verdauung wurde anschließend eine Runde "Reise nach Jerusalem" mit dem ganzen Lager gespielt. Tja, einer weniger, Simon musste ausscheiden.
Jetzt aber schnell noch die Bubble-Balls zum nächsten Lager bringen bevor es Schlag auf Schlag mit dem Programm weiter ging. Zehn Auserwählte durften mit. Auf dem Rückweg wollten Levin und Len kurz in Griethausen 'Hallo' sagen. Aber es war niemand zu sehen. Sie hatten eine Besprechung in der Zetkamer und arbeiteten eine Pressemitteilung für die Eltern aus, warum man trotz schönstem Wetter nicht am Betreuersuchspiel teilgenommen hat.
Zwei Autos und noch mehr Räder verlassen den Hof und biegen in den 'Strandweg' ein. Ziel ist Klein Vaarwater oder besser gesagt das Schwimmbad auf dem Campingsplatz. Operation Schwimmbad-Disco!! Seit Jahren schon eines der High-Lights eines jeden Ameland-Lagers. Ein Schwimmbad für uns alleine, außerhalb der offiziellen Öffnungszeit. Zwei Rutschen laden zu Wettrennen ein und das Ganze garniert durch unsere eigene Musik, die den Raum über Boxen beschallen. Gesund ist es dazu allemal: Kneipp Wassertreten zu den Klängen von 'Biertornado'! Oder aber menschliche Pyramiden bauen und zwar vierstöckig. Nico als Fundament, darauf Magnus, dann Anton-Paul und zu guter Letzt Toni obenauf. Die Akrobaten im Zirkus Roncalli wären vor Neid vom Trapez gefallen, hätten sie diese Körperbeherrschung live erlebt. Alle gegen alle, aber keiner gegen Nico. Unser Muskelmann nahm es gleich mit vier der großen Jungs auf und schickte diese ins Kinderplanschbecken! Die zwei Stunden vergingen im viel erwähnten buchstäblichen Flug. Ich persönlich fand es auffällig, wie viele der Jungs um Manel bemüht waren. Steht da bei dem ein oder anderen noch eine Nachprüfung für die Versetzung in den nächsten Jahrgang an! Ansonsten fand ich die Schwimmbad-Disco schon recht anstrengend. Denn man musste immer damit rechnen von Tobi fotografiert zu werden und es ist schon verdammt schwer, über zwei Stunden den Bauch einzuziehen, um eine einigermaßen passable Figur abzugeben. Eine nette Geste vom Campingplatz-Team fand ich, das sie am Ende für die Daheimgebliebenen noch U2 mit 'Sunday, bloody Sunday' gespielt haben. Dass man so eine Disco der etwas anderen Art nicht als Belohnung bekommt, weil man seine Kauflandkarte voll hat, das dürfte wohl einem Jeden einleuchten. Deshalb dürften wir uns hier an dieser Stelle recht herzlich bei den Familien Blank und Wegner GmbH bedanken, die den Kindern durch ihre Spende diesen tollen Abend ermöglicht haben. Vielen Dank!!
Ab unter die Dusche, ab auf die Räder, ab ins Lager und dann 'ran an den Tisch'. Die Küche hat ihr Zeitkonto für schlechtere Zeiten noch etwas aufgefüllt und uns leckere Hot Dogs zubereitet. Mit gerösteten Zwiebeln, Gurken und da wir aus dem Schwimmbad kommen, schwammen diese in Mayo und Ketchup. Die Speise nach dem Schwimmbad hat hier in Kellen schon Tradition und traditionell werden die Würstchen von Carola und Frank Bleisteiner spendiert. Auch hierfür ein dickes Danke Schön und Applaus! Schwimmen macht müde sagt man und ich glaube da ist was dran. Bis auf die Mittleren Mädchen herrscht Ruhe auf allen Zimmern und das bleibt hoffentlich bis morgen so!!! (LR)
Tag 8 – Zum Geburtstag viel Glück oder „Alle Betreuer raus!“
Wir feiern Bergfest. Seit nun acht Tagen verweilen wir auf Ameland, haben uns eingelebt und das Programm im Lager bislang in vollen Zügen genossen. Zur zweiten Hälfte schwingt jetzt auch das Wetter um. Nachdem wir schon gestern auf der Kutterfahrt perfektes sonniges Ameland-Lagerwetter hatten, wurden wir auch heute von den Sonnenstrahlen wachgeküsst. Und ich muss ehrlich sein, so langsam scheint mir als Betreuer ein wenig der Schlaf zu fehlen. Eigentlich bin ich morgens für die Weckmusik zuständig. Doch heute war es anders: Ich habe zwar meinen Wecker wahrgenommen, doch zum Aufstehen brachte mich nichts. Kurzerhand setzte sich Küchenpapi Hasi ans DJ-Pult und spielte nicht nur Spotify-Klassiker ab, sondern gab auch noch seine engelsgleiche Stimme zum Besten. Ein Genuss für alle Ohren – sowohl die der Kinder, als auch die der Betreuer. Wow! An sich wurde auch das Frühstück schon nach hinten verschoben, um den Mädels und Jungs mal ein bisschen längeren Schlaf zu gönnen. Die Speisen wurden schnurstracks heruntergeschlungen – danke Brotspenden von Heicks und der Truhe, die Familie Krake zur Verfügung gestellt hat. Mit dem reichlichen Frühstück hatten wir aber auch Hoffnung, dass die Kinder so viel Energie tanken, um unsere Tafel mit dem Tagesplan zu entziffern. Sie trug den schmissigen Titel „verrücktes Alphabet“, da wir die Buchstaben um eine Position verrückt haben. „Xfdlfo“ war also Wecken und „Gsvfituvfdl“ Frühstück – macht doch Sinn, oder? Bei letzterem philosophierten die Bierzebras über ihren anstehenden Tagesdienst, also Badreinigung. Leon hielt in der Debatte fest, schon zweimal Armatur und Fenster im Bad gereinigt zu haben. Ohne darüber nachgedacht zu haben, dass unser Bad gar kein Fenster hat. Leon meinte tatsächlich die Spiegel, die er reinigte.
In den meisten Zimmern wurde nach dem Frühstück eine Runde „Einsatz in vier Wänden“ gespielt. Schaut man in einzelne Räume, auch dringend nötig. Zum Vormittagsprogramm wurde auf der Lagerwiese Geburtstag gefeiert. Mit Klassikern, wie „Schokolade auspacken“, Stopptanz und „Reise nach Jerusalem“. Auch die Großen wurden so wieder zu den Kleinen. Einige Zankereien und Schiebungsvorwürfe später – Kindergeburtstag eben – hieß es zum Mittag wieder „Rein in den Tisch!“ Für Nico hieß es eher: Rein in den Stuhl, und zwar mit nicht zu wenig Schwung. Wer kippelt muss halt mit Konsequenzen rechnen – und dann kann die Stuhllehne schonmal reißen. Vielleicht zu viel gegessen? Iwo – nicht auf Ameland. Hier ist Fastenprogramm pur. Das hat man auch nochmal gemerkt, als Martina das Nachmittagsprogramm vorstellte und plötzlich die Anzahl der Essensstände überhandnahm: Waffeln, Crépes, Poffertjes – und es gab wieder Slush-Eis. Vielen Dank an dieser Stelle an Familie Korgel, die uns die entsprechende Maschine zur Verfügung gestellt hat – und an Sarah und Stefan Cammans, die uns mit Slush-Sirup versorgt haben. Es gab aber auch noch Spiele. Wir sind hier kein Camp, um Kandidaten für „Biggest Loser“ zu finden. Versprochen! Der Kindergeburtstag ging im Kirmesformat weiter: Dosenwerfen, Luftballonplatzen, Kinderschminken, Schullenspiel, … - außerdem wurden die Bubble Balls auf die Lagerwiese geliefert. Die Jungs und Mädchen schlüpften also am Nachmittag in die PVC-Bälle und schubsten/warfen sich so über die Lagerwiese.
Ich schäme mich fast, es euch jetzt zu schreiben – denn wir machen mit dem nächsten Programmpunkt weiter: Abendessen. Viel Essen heute, ja – ihr habt recht. Doch einige Teller blieben leer: die, der Betreuer. Für uns wurde am Abend separat gekocht. Während die kleinen und mittleren Kinder im Tagesraum den Film „Kindsköpfe“ guckten und wir aßen, bereiteten die Großen eine Aussperraktion vor. Denn nach unserem Essen mussten wir draußen bleiben – nicht zurück ins Warme, nicht die Kinder ins Bett bringen. Die Großen haben den Laden geschmissen und wir mussten uns den Wiedereinlass durch verschiedene Spiele erkämpfen: Lieder erraten, Fahrrad-Parcours, Basketball-Korbwürfe und verschiedenes mehr. Inzwischen sitzen wir wieder im Betreuerraum und in den Zimmern kehrt Ruhe ein. Bei manchen Betreuern zu viel Ruhe. Es wird schon mit einer unserer Regeln gekämpft: Wer im Betreuerraum einschläft, muss fünf Euro zahlen. So ist schon einiges zusammengekommen – und vielleicht kommt noch was von Connie dazu. Die Nacht hat ja noch ein paar Stunden, warten wir es mal ab. Vielleicht hält Connie noch durch. Update folgt dann morgen. Gute Nacht! (TJ)
Tag 7: Kütt der Kutter? oder 400 Bilder und kein Sieger
Heute Nacht wurden die Uhren erneut um eine Stunde vorgestellt. Von Sommer-Zeit auf Hochsommer-Zeit. Noch eine Stunde weniger Schlaf, so kam es mir vor. Es wurde aber auch wirklich früh geweckt. Meine kürzliche Zeit im Krankenhaus war doch nicht so schlecht, da konnte ich so lange ich wollte im Bett verweilen. Aber die noch frühere Weckzeit hatte natürlich seinen Grund. Die Kutterfahrt stand auf dem Programm. Da die Kutter auf Ameland in der Regel auch zuverlässiger fahren als der RE10, sollten wir auch pünktlich da sein. Soweit der Plan. Doch zunächst mussten wir Martinas Brandblasen an den Fingern behandeln, ihr Telefon war heiß gelaufen. Es begann mit einem Anruf: Der Kutter muss betankt werden, aber der Tankwagen ist ausgeblieben. Könnte später werden. Der nächste Anruf: Der Tankwagen ist nicht gekommen, die Kutterfahrt fällt aus. Wieder ein Anruf: Eventuell kommt ein an anderer Wagen wir könnten doch fahren, wenngleich etwas später. Der finale Anruf bedeutete dann grünes Licht. So schnell die Räder es erlaubten, wer denn eins hatte, ging die Fahrt zum Fähranleger. So schnell, dass einigen die zahlreich verabreichten Reisetabletten beinahe im Halse stecken blieben. Nach dem Onboarding hieß es Leinen los und raus aus dem Hafen. Es war 'ne harte Überfahrt, zehn Wochen nur das Deck geschrubbt ... Plötzlich haben wir sie gesehen, nein, nicht die Robben, der Himmel riss auf und die Sonne kam hervor und beschien die spiegelglatte See. Zeit zum dösen blieb nicht, der Kapitän hatte einen Schweinswal entdeckt und es hieß von links nach rechts auf die andere Seite. Der Kutter bekam Schieflage, aber der Schweinswal war abgetaucht. Minutenlanges warten wurde nicht belohnt, der Schweinswal ließ sich nicht mehr blicken. So ein Schwein der Wal!
Das Beifangnetz wurde zu Wasser gelassen. Währendessen erzählte uns der Skipper ein wenig vom Wattenmeer, über die Entstehung der Gezeiten und so weiter. Im Grunde das Gleiche was auch der Wattführer zum Besten preis gegeben hat. Aber niemand hat es behalten. Das Netz wurde eingeholt, das Netz war voll, das Netz wurde entleert. Die Augen der Kinder wurden größer als kurz vor der weihnachtlichen Bescherung. Seesterne, Krebse, Flundern mit Pf, Garnelen und viele Meerestiere mehr durften bestaunt und auch auf die Hand genommen werden. Die Frage nach den natürlichen Feinden des Krebses beantwortete Leander mit: "Der Hai"! Liebe Frau Piron, lieber Herr Hoffstadt, vielleicht sollten sie Leanders Zeugnis noch mal nach unten korrigieren. Die Fahrt ging weiter, das muss das Boot abkönnen! Der Leuchtturm lag schon zur Rechten hinter uns dann sahen wir die Robben. Es waren sogar sehr viele Robben entlang der Sandbank. Der Bestand in Deutschland, den Niederlanden und Dänemarkt liegt derzeit bei ca. 25.000 Robben und Seehunden. Jedes Tier vertilgt täglich in etwa 5 kg Fisch, mit anderen Worten, die Nordsee ist so gut wie leergefischt. Ein Umstand, der auf Dauer zu einem großen Problem werden kann, wie der Skipper verriet. Wir bekamen es gestern auch schon zu spüren, denn zum Spinat gab es nur ein Fischstäbchen. In der nächsten Woche kommt der Klever Bürgermeister auf die Insel. Seine Aufgabe ist es einen Deal mit dem seinem Ameländer Kollegen auszuhandeln. Kellen nimmt die Robben, Ameland bekommt die Krähen. Bevor die Anziehungskraft der Insel Terschelling größer wurde als die von Ameland, wendete der Kutter und die Fahrt ging langsam zurück zum Ausgangspunkt. Ein schöner Ausflug mit vielen Eindrücken endete im Hafen Ameland und an dieser Stelle ein ganz großer Dank an die Familien Ingo Marks und Martin Smits, die durch ihre Spenden diese Aktion erst möglich gemacht haben. Übrigens habe ich dank meines vorhandenen Fernglases den Schweinswal auf der Rückfahrt doch noch gesehen. Ich habe ihn Ingo getauft. Nachname Martin.-
Zurück im Lager dampfte es bereits aus der Küche. Die Brokkoli-Suppe war zum Verzehr bereit. Das Mittagessen bei den Kleinen Jungs glich nahezu einer Weinprobe. Zunächst wurde die Schüssel von allen Seiten betrachtet wie eine Flasche Wein. Eine Winzigkeit wurde auf den Teller befördert und dieser in alle Richtungen gedreht und gegen das Licht gehalten. Schließlich probiert, für gut befunden und der Teller bis zum Eichstrich befüllt. Als fünf Kinder diese Prozesur vollzogen hatten und die Betreuer an der Reihe waren, da war die Suppe kalt und zudem das Brot alle. Also mit knurrendem Magen in die verlängerte Mittagspause, die im Grunde sehr ruhig war, da Handys nicht zurückschreihen. Alle Jungengruppen wollten zum Shoppen nach Nes. Vor dem Wochenende noch mal zuschlagen. Alle Gruppen mussten laufen, zwei ohne, eine mit Rädern an den Händen. Dreimal die Vorfahrt nicht beachtet und zur Strafe mussten die Räder der Mittleren Jungs bis zum Sportplatz an der Hand geführt werden. Da kennt Nico nichts! Die Kleinen Jungs kauften Cola, die Großen Jungs kauften Bier. Sarah kaufte beides: Sie Colabierte!! Nach gemeinsamer Wiederbelebung und anschließender schauspielerischen Glanzleistung nimmt sie derzeit wieder am Tagesgeschehen teil.
Wer weiß wie oft die Sonne noch kommt, also nichts wie zum Strand dachten sich die Großen Mädchen und fuhren zur See. Aber ins Wasser hat sich niemand getraut. Ebenfalls ans Wasser zog es die Kleinen Mädchen, allerdings waren hier 'De Vlijen' das Ziel. Die Mittleren Mädchen hatten etwas im JUMBO zu erledigen, sie brauchten Beeren und weiter ging die Fahrt in den Neser Wald. Da hier keine weiteren Beeren zu finden waren wurden stattdessen einige Runden Ballspiele absolviert. Wieder im Lager gesellten sich die Beeren zu den mit Wasser gefüllten Hygienehandschuhen in der Truhe, denn die Mädchen brauchten für den Abend Eis. Sie wollten sich eine Bowle machen. Mit Cassis-Geschmack! Schöne Idee.
Die Bierzeltgarnituren werden auf der Wiese aufgebaut. Ein sicheres Zeichen dafür, das heute wieder der Grill angezündet wird. Schon verschwand Hasi mit dem ersten Tablett Würstchen im Tagesraum wo die Warteschlange schon länger war, als damals Gottlieb Wendehals Polonaise in der ZDF-Hitparade. Diesmal wurden die Speckläppchen direkt schwarz gebraten. Hasi macht einen Fehler nur einmal im Leben. Nudelsalat, Kartoffelsalat, Tomalten Mozarella und Baguettebrot. Wer da nicht satt wurde, dem ist nicht mehr zu helfen.
Für die Verdauung blieb keine Zeit, es wurde zum finalen Spiel auf die Wiese, die Scheune, den Flur, ja eigentlich überall außer in die Schlafräume gebeten. Ein neues Spiel: Das 100 Photos Spiel. 100 schöne Photos aus dem letzten Jahr wurde auf DIN A3 ausgedruckt, geviertelt und zu vier mal DIN A5 einlaminiert. Macht summa summarum 400 Bilder. Die Gruppen bekamen ein Photo des zu suchenden Bildes und mussten die vier Teile finden, zusammenlegen und dann das nächste ... Eigentlich eine nette Idee für die Kleinen, aber die Großen Jungs und Mädchen legten sich noch mächtiger ins Zeug, hatten Spaß und wurden nur durch die einbrechende Dunkelheit unterbrochen. Große und Mittlere Jungs liegen beide mit fünfzehn geschafften Bildern weit vorne. Die weitere Auswertung wurde auf morgen verschoben, da wir uns gerade den Kopf über TuTT (Tobis und Tanjas Tafelmalerei) zerbrechen. Bis dahin gehabt euch wohl!! (LR)
Tag 6: Was macht eigentlich ein Kälbchen am Wasserspielplatz oder wenn Bleistifte durch den Wald rennen
Wer gehofft hatte, nach fünf Tagen würde endlich Ruhe einkehren, der kennt unsere Lautsprecher noch nicht. Pünktlich am Morgen dröhnte wieder Musik durch sämtliche Zimmer. Diesmal „Gut genug“. Gewünscht ausdrücklich von den kleinen Jungen. Ob das Lied wirklich gut genug ist, darüber dürft ihr euch gerne streiten. Der Rest des Lagers hätte vermutlich lieber „Stille Nacht" gehört. Morgen soll übrigens „Oh Tannenbaum“ laufen. Wir wechseln also kurzerhand die Jahreszeit.
Nach dem allmorgendlichen Frühsport mit Messer und Teller, statt Hantel und Klimmzugstange, wurde fix gespült und geputzt. Denn schon kurze Zeit später wurde sich auf den Drahtesel geschwungen – also für einige unserer Betreuer. Die Jungen und Mädchen mussten laufen. Das Ziel: der Wasserspielplatz. Dort spielten wir Olympiade. „Gut, dass wir schlechtes Wetter haben“, der Kommentar der Betreuer, als wir dort ankamen. Ähmm? Was? Also ich könnte mich hier auch gut und gerne mit blauem Himmel und 25 Grad anfreunden. Wobei, ich korrigiere. Lasst meine Haut sich erstmal vom Sonnenbrand von vor zwei Tagen befreien. Danke. Aber wir freuen uns trotzdem auf die aktuellen Temperaturvorhersagen. In einigen Tagen soll es auch hier auf Ameland sommerlich warm werden.
Aber zurück zum aktuellen Wetter. Warum ist es also gut, dass es am Wasserspielplatz schlechtes Wetter war? Ganz einfach: Dann ist es leerer. Weniger Sonne, weniger Grad = weniger andere Kinder, mehr Platz für uns. Die Olympiade bestand aus sechs verschiedenen Aufgaben: Floßziehen, Sackhüpfen, Wasser transportieren, verkleidet über eine Kletterbrücke laufen, Gegenstände aus dem Sand fischen und Parcours mit Augen zu. Dabei sollten die Kids von einem Partner durch die Hindernisse geleitet werden. Was mal mehr, mal weniger gut geklappt hat. So ist Till gegen die Stange der Seilbahn gelaufen. Aber was war? Nichts. Kein Aua, keine Tränen. Und das obwohl Lenny auch als Betreuer sagte, er hätte nach dem Knall losgeplärrt. Großes Lob also an Till. Gewonnen hat übrigens die Gruppe „Airways“, quasi als Überflieger. Für alle gab es nach getaner Arbeit Trinkpäckchen. Doch wohin mit dem Müll? Ja, Paul B., wohin mit dem Müll? Naja, seit Jahren stehen am Wasserspielplatz spezielle Behältnisse zum Zwischenlagern von Abfall: sogenannte Mülltonnen. Nichts neues also eigentlich für diejenigen, die nicht erst zum ersten Mal mit auf Ameland sind. Sollte man denken. Während Paul also den Mülleimer für sich entdeckte, bekam Connie auf einmal große Augen: „Was macht ein Kälbchen am Wasserspielplatz?“ Was? Ein Kälbchen? Niemals. Alle blickten auf einmal um sich, suchten das Kuhkind. Keiner sah etwas dergleichen. Connie – was hast Du da entdeckt? Einige Suchtrupps später stellte sich heraus, es war gar kein Kälbchen. Stattdessen war einfach ein großer Hund am Wasserspielplatz. Lassen wir ihn mal dort, für uns ging es wieder zurück ins Lager.
Die Küche hatte in der Zwischenzeit kredenzt und tischte Fisch mit Kartoffelpüree und Spinat auf. Wobei auf dem Tisch stand erstmal nichts, stattdessen wurden die Portionen aus der Küche ausgegeben. Tischgruppenweise. Die großen Jungen zuletzt – mal wieder, wenn man sie fragt. Am Tisch wurden schon Gespräche über einen Aufstand geführt, um endlich mal als erster dranzukommen. Vielleicht haben sie sich Vorteile aber aktuell auch nicht verdient. Außerdem wurde darüber philosophiert, wenn man denn endlich wieder zu McDonalds gehen könnte. Das Stammlokal der „Bierzebras“. Sucht man sie, findet man sie in neun von zehn Fällen beim gelben M.
In der anschließenden Mittagspause erklang der Sound, den man eigentlich von der Emmericher Straße 237 kennt: „Beste klanten, we openen kassa één voor u.“ Statt bei ALDI konnten die Jungen und Mädchen ihre Süßigkeiten im Bauchladen shoppen. Schnapper ohne Ende. Der Unterschied: Im Bauchladen gibt es keine Pfandautomaten. Die eingenommenen Kalorien konnten dann direkt bei den nachfolgenden Partien Fußball oder Völkerball wieder verbannt werden. Wobei es auf dem mit Flatterband abgegrenzten Völker-Feld erst noch eine Diskussionsrunde á la „Hart aber Fair“ gab, um die Spielregeln zu klären. Bevor überhaupt ein Ball flog, wurde erst einmal länger diskutiert als im Bundestag. Heiß werfen? Kopf? Quer durchs Feld laufen? Wann ist jemand raus? Wer darf wieder rein? Ich war mir zwischenzeitlich nicht mehr sicher, ob wir Völkerball oder die Genfer Konvention überarbeiten. Die wichtigste Regel ergänzte Hannes zum Ende der Runde „Jugend debattiert“ mit „Habt Spaß!“ Schöner hätten wir es nicht sagen können. Parallel wurde auf dem Fußballplatz gekickt und auf unserer Terrasse gemalt und geschnitten. Außerdem versuchten sich die Jungen und Mädchen im Schullenspiel. Nicht Schuldenspiel. Die Kinder bekommen hier ihr Taschengeld, bislang musste niemand einen Kredit aufnehmen. Es sei denn wir blicken auf den gestrigen Casionabend zurück. Dort haben wir sehr wohl Kredite ausgegeben. Heute Abend gab es die Siegerehrung. Spannung pur während der Bekanntgabe. „Gewonnen hat Janus“ – Jubel bei den Bierzebras. Doch dann „Ah, ne doch nicht!“ Wow, was eine Verarsche und wie gemein von den Betreuern. Denn Janus war tatsächlich nur zweiter Platz. Auf Rang eins war Moritz.
Und nach dem Spiel ist vor dem Spiel: im Anschluss ans Abendessen ging es für uns in den Wald. Wobei, das hätte auch noch nach hinten losgehen können. Bei der Vorbereitung zum Programm musste erstmal die wichtigste Frage geklärt werden: „Wo ist eigentlich das Chaosspiel?“ Ihr werdet es erraten haben, was wir anschließend gespielt haben. 70 Felder, 70 Kärtchen und 60 Kinder, die durch den Wald rasen. In sechs verschiedenen Spielegruppen und mit sechs verschiedenen Namen. Besonders oft wurde „Habicht“, „Kellen“ und „Bleistift“ durch den Wald geschrien. Aber geschickt: inklusive Fehlalarm. Schließlich konnten auch die gegnerischen Gruppen falsche Namen durch den Wald brüllen und so dafür sorgen, dass sich die Gruppe versammelt – in der Hoffnung, dass jemand gerade den Begriff zur 54 entdeckt hat. Wer mit dem richtigen Begriff wieder bei den Betreuern stand, bekam eine Aufgabe. Zum Beispiel: Vierzeiliges Gedicht aus dem Stehgreif. „Ein Huhn, das fraß, man glaubt es kaum, das Blatt von einem Gummibaum. Dann ging es in den Hühnerstall und legte einen Gummiball“ – klang es von Hannes durch den Wald. Unterdessen versuchten Freddy und Lenny den Kindern weiszumachen, dass die Gezeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter sind – und Jan H. war sich sicher, es gäbe nur acht Bundesländer. Erdkunde bei beiden ausbaufähig. Um flott wieder zurück ins Lager zukommen, beauftragten wir die Mädchen und Jungen damit, alle Karten wieder einzusammeln. 67 Stück wurden wiedergefunden. Von dreien mussten wir uns verabschieden. Aber vielleicht entdeckt sie Tanja noch wieder, die sich als Reinigungskraft für den Forst versucht hat und während des Programms den Waldboden fegte. Egal, ob gewonnen oder verloren, für alle Kinder gab es – zurück im Lager – noch einige Snacks aus der Küche. Zur Gaumenfreude der Mädchen und Jungen. Nach Amelandlied und „Zähne putzen, Pipi machen, ab ins Bett“ wurde es gegen Mitternacht wieder voller im Tagesraum. Hannah feiert Geburtstag – und wir mit ihr. In diesem Sinne: bis morgen! (TJ)
Tag 5: "Wir müssen noch zwei Buzzer bespielen"! oder Rabatt auf die Wasserrutsche
Der fünfte Tag! Menschen, Tiere, Himmel und Erde sind bereits fertig. Am fünften Tag aber wurde die Wasserrutsche erschaffen. Noch ehe alle Kinder sich wie jeden Morgen auf die Nutella-Gläser stürzten, war auf der Wiese schon ein emsiges Treiben zugange. Die Wasserrutsche wurde aufgebaut oder vielmehr aufgeblasen. Kaum hatte sich das Landebecken vollständig entfaltet, da hieß es auch schon Wasser marsch. Allerdings spieh das Schlauchende nur wenig des kostbaren Nass aus, kein Wunder, es war ja Ebbe. Hasi beschleunigte den Befüllvorgang und schloss den Schlauch in der Küche an. Bernhards Pumpe im Schuppen muss wohl einige Meter tiefer geschlagen werden. Aber die Rutsche stand. Ach, wie wäre das schön. Ein aufblasbares KAG. Ein Knopfdruck und die Schule bläst sich selber auf. Keine acht Jahre Bauzeit. Und am Abend kann man die Luft wieder rauslassen und Parktplatz für die LAGA schaffen.
Drei Angebote heute morgen. Strand-AG, Fußball-AG oder NES-AG standen zur Wahl. Martina selbst schoss die Strand-AG ab, dennn ein Blick gen' Himmel lud nicht gerade zum Sonnenbaden ein. Lediglich drei Mann meldeten sich für die Fußball-AG. Schade, das reicht noch nicht mal für eine Runde Tipp-Kick. Nun ja, der Fußball in Deutschland ist nunmal nur noch eine Randsportart. Also mit dem kompletten Lager nach Nes, dort war Trödelmarkt. Aber vor dem Vergnügen erst die Arbeit.
Wenn sich in den Zimmern der Kinder niemand mehr befindet, man aber trotzdem das Gefühl hat da ist Leben, da ist Bewegung, dann sollte man handeln. Sprich, heute war es Zeit die Zimmer aufzuräumen. Bereits drei Kinder haben sich eine Bänderdehnung zugezogen, da sie im Unrat umgeknickt sind und sich den Fuß verknackst haben. Hier einmal die Charts von sauber nach dreckig. Große Mädchen, mittlere Mädchen, große Jungs, kleine Mädchen, kleine Jungs und unangefochten auf Platz Eins die mittleren Jungs. Ein Schild mit der Aufschrift "Wilde Müllkipppe" hängt an der Türe und das ist ein Kosename. Gut, es wäre jetzt einfach gewesen den Müllcontainer vor die Fenster zu schieben und dann alles aus selbigem zu schmeißen. Der passt aber nicht an die Seite der kleinen Jungs. Also alles auf Anfang wie immer. Koffer auf die Betten, alles in die Mitte fegen, vorsortieren, aussortieren, entsorgen oder wieder den Koffern zufügen. Ich freue mich immer. Von den Pfandflaschen, die niemandem gehören wollen, hole ich mir im Anschluss immer ein leckeren Softijs. Klassiker sind natürlich Socken und Unterwäsche, die in der Regel nicht beschriftet sind und meist auch durch eine Geruchsprobe nicht zuzuordnen sind. Vor allem die Unterhosen weisen oft mehr Bremsstreifen auf, als das Kamener Kreuz.
Absolut noch im Zeitplan ging es dann auf nach Nes. Die kleinen Jungs hatten die Räder für den Hinweg, die Mittleren sollten zurück fahren. Da gebeten wurde nicht im Ortskern zu parken, bugsierte uns Tobi etwas außerhalb, ich würde mal sagen so 200 m. Dann aber ab ins Getümmel, bzw. in die Spielhöllen wo die Operation "Bärchen", die auf der Vortour begonnen wurde zu Ende gebracht werden soll. Kleiner Rückblick: Tobi und Lenny haben im April schon gut 100 Euro in den Sand gesetzt und heute wurden die letzten Reserven verballert und einen Riesenbären zu gewinnen. Freddy bewies da mehr Cleverness. Er investierte lieber in eine Portion Kibbeling, um dann 10 Minuten später und 10 Meter weiter sich noch ein Broodje Ham-Kaas einzuverleiben. Zurück im Lager schob er dann noch Schnitzel und Veggies nach, denn Kohlenhydrate müssen her, um bei den Froschkönigen die Hebenfiguren machen zu können. Die mittleren Jungs durften auch mit den Rädern zurückfahren, da es den Mädchen zu weit bis zu den Rädern war (wie gesagt rund 200 m) und sie stattdessen lieber erneut zwei Kilometer liefen. Beim Casting für die Rolle der Kelly Bundy hätten sie gute Chancen.
Die Küche hat sich erneut übertroffen und Veggies mit Schnitzeln auf die Teller gezaubert. Für die Gesundheit wurde dazu ein gemischter und ein Möhrensalat gereicht. "Wohin mit der Paprikasoße? Neben oder auf das Schnitzel?" "Egal, kommt sowieso alles in einen Magen!" Richtig!! Also langt ordentlich zu.
Auf vielfachen Wunsch wurde der Bauchladen erneut geöffnet. Warum auch nicht, wenn man über so viele Süßigkeiten verfügt, dass man sämtliche Diabetiker der Welt damit lähmen könnte. Also schnell noch was Süßes und dann ab in die Fluten. Die Wasserrutsche war eröffnet, wurde aber leider nicht so intensiv genutzt wie in vergangenen Jahren. Das war natürlich dem Wetter geschuldet, aber man muss die Rutsche auf Wochen im Voraus anmieten, so weit, dass die Wettermodelle noch keine Prognose geben können. Aber ich hatte das Gefühl, das noch nie so viele Betreuer am Start waren. Sogar Anja ließ sich im Becken im Schwimmreifen treiben - es erinnerte etwas an Cast away. Die Milchpreise in den Niederlanden scheinen derzeit gut zu sein. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass der Landwirt, der die Rutsche verleiht uns noch 60 Euro erlassen hat. Sozusagen als Spende. Auch unsere Spendenliste ist lang, wir werden alle Spender nach und nach bedenken und sagen in dem heutigen Bericht Dank an die Sparkasse Kleve, die Zevens-Stifunng und die Kister-Stiftung für die Unterstützung.
Während die Rutsche die Heimreise antrat und das Lager beim Abendbrot den Hunger stillte, fanden in der Scheune umfangreiche Umbauarbeiten statt. Viele Kinder klagten über Geldnöte. Mama und Papa haben zu wenig Taschengeld mitgegeben. Auch von Oma und Opa kommt nicht viel, die kleinen Renten lassen nicht viel zu. Also müssen die Kinder selbst dazuverdienen. Wie gut dass es heute den Casinoabend gibt. Immer wieder ein Highlight, nicht zuletzt deswegen, weil es Cocktails und Popcorn bis zum Abwinken gibt. Wer den meisten Schotter erspielt bzw. auch ergaunert hat werden wir morgen erfahren. Maja kann sich beim Zählen nicht konzentrieren! Denn hier im Betreuerraum mischt sich das Geschnabbel der Betreuer mit dem Geschnatter der Buzzer. Wie??? Haben wir noch nicht von den sechs Buzzern erzählt, die wir gekauft und mit verschiedenen Texten besprochen haben? Also, wir haben sechs Buzzer gekauft und mit verschiedenen Texten besprochen. Ein Buzzer macht "Frrrrring" in Anlehnung an die Spielhölle und soll Geld in die Kasse spülen. Ein zweiter spielt den Biertornado ab bei dem es eng wird, wenn eine ganze Horde um den Tisch rennt. Drückt die Blase, dann haut man auf den orangenen Buzzer und er teilt allen anderen mit: "Ich muss Pipi, ich muss Pipi, ich muss Pipi!" Geht man zu Bett, so bedient man einen der beiden gelben Buzzer. "Gute Nacht Freunde, es wird Zeit für mich zu gehen ....", signalisiert den andern, dass man sich ins Land der flachen Dächer begibt. Ganz frisch, weil auch frisch auf den Tisch: "Lecker Schlammbowle, lecker, lecker, Schlammbowle!" Ihr seht, wir haben auch ohne die Kinder richtig Spaß. Ein Buzzer wäre noch zu bespielen. Vorschläge nehmen wir gerne über die bekannten sozialen Medien entgegen.
Leider müssen wir an dieser Stelle enden. Die ältesten Mädchen und Jungen durften sich noch in der Scheune beschnuppern und wollen zu Bett gebracht werden. Wir freuen uns auf morgen, wenn es hoffentlich neues zu erzählen gibt und das ganze in etwas seriöser Manier von Linus Löffel. Bis dahin eine Gute Nacht wünscht Mister Kartoffel. (LR)
Tag 4 – „Wie lange noch?“ oder Martina ist schuld!
Der Wecker kennt in diesem Lager derzeit nur eine Richtung: immer früher. Nachdem wir gestern noch gnädig waren, hieß es heute bereits um 07:30 Uhr: Aufstehen! Als musikalische Unterstützung lief „Pipi und Kacki im Pipi-Kacka-Land“. Wer danach nicht wach ist, sollte sich vielleicht einmal ärztlich untersuchen lassen. Um 08 Uhr folgte dann das Frühstück. Brot, Streusel, Wurst, Rohkost und alles, was ein ausgewogenes Frühstück eben so braucht. Eigentlich.
Denn am Frühstückstisch fehlte eine komplette Gruppe. Die mittleren Jungen. Alle noch im Bett. Mit Augenringen, die aussahen, als hätten sie die komplette Nacht den Nachthimmel bewacht. Aber warum? Dafür müssen wir einige Stunden zurückspringen. Während der Rest des Lagers versuchte zu schlafen, herrschte im Zimmer der mittleren Jungen offenbar Ausnahmezustand. Es wurde diskutiert, gelacht, gepoltert und immer wieder versucht, das Zimmer zu verlassen. Irgendwann war Schluss mit lustig. 02:30 Uhr. Zimmerstürmung. „Lange Hose an! Pulli an! Schuhe an!“ Fünf Minuten später marschierten wir gemeinsam Richtung Kooiplaats. Kurz hinter Buren fanden wir ein schönes Plätzchen mitten im Nirgendwo und forderten die Jungs in einigen Spielen. Die Theorie dahinter war ganz einfach: Wenn sie nachts schon nicht schlafen wollen, dann eben laufen. Unser wissenschaftlich nicht belegtes Fazit: Hat funktioniert. Die mittleren Jungen schliefen danach wie Steine. Blöd nur, dass sie das auch morgens noch taten.
Für viele andere Kinder klingelte der Wecker ebenfalls früher als gewohnt. Bereits um 09:15 Uhr machten sich die ersten Gruppen auf den Weg ins Watt. Schlick, Seegras, Krebse und jede Menge Matsche warteten bereits. Und wie jedes Jahr stellen wir fest: Alte Schuhe sind dort kein modischer Fehltritt, sondern überlebenswichtig. Mülltüten oder Neoprensocken zählen übrigens nicht als passendes Schuhwerk. Währenddessen ging es für Teile der kleinen Mädchen und Jungen durch den Wald bis an den Strand. Mehr als acht Kilometer Fußmarsch. Ein riesiges Lob an alle! Ohne Murren durchgezogen. Noch etwas länger wurde es allerdings für unsere großen und mittleren Jungen sowie drei große Mädchen. „Wir machen heute eine kleine Inselwanderung.“ Rückblickend würde ich behaupten, dass wir diesen Satz vielleicht etwas optimistisch formuliert haben. Von unserem Lager ging es nämlich bis zum Leuchtturm nach Hollum. Fast 17 Kilometer. Durch Sand. Viel Sand. Mal etwas fester. Meistens aber nicht. Die Stimmung? Nun ja. "Wie lange noch?", "Sind wir bald da?", "Wie weit ist das noch?", "Wann sehen wir endlich den Leuchtturm?" Ich bin ehrlich: Irgendwann hätte ich mir Noise-Cancelling-Kopfhörer gewünscht. Und Lenny sorgte mit der dauerhaften Zeitansage von „nur noch fünf Minuten“ ehrlicherweise nicht für Freude bei den Kindern, und auch die Betreuer hätten sich sicherlich gefreut, wenn es WIRKLICH nur noch fünf Minuten gewesen wären. Nach über vier Stunden dann aber tatsächlich endlich das Ziel: der Leuchtturm. Schnell die obligatorischen Fotos gemacht, den Snackautomaten leergekauft und erst einmal die Füße hochgelegt. Wobei "hochgelegt" vielleicht etwas übertrieben ist. Manche mussten ihre Beine erst einmal wiederfinden. Anschließend ging es noch in die örtliche Pommesbude. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Besitzer schon morgens extra mehr Fritteusenöl vorbereitet hatten, weil irgendwo im Hintergrund eine Kellener Gruppe unterwegs war. 28 Portionen Pommes später machten wir uns auf den Rückweg. Zur Freude der Jungen und Mädchen waren wir wieder zu Fuß unterwegs – aber nur zur drei Minuten entfernten Bushaltestelle. Der Fahrer jenes sechsreifigen Gefährts staunte nicht schlecht, als er uns am Wartehäuschen sah. Mit einem skeptischen Blick ließ er uns dann wissen, dass wir zu viele sind. Schock! Und jetzt? 17 Kilometer zu fuß zurück? Niemals, da wären uns die Kinder an die Gurgel gesprungen. Zum Glück griff der Busfahrer zum Funkgerät, organisierte kurzerhand einen Sonderbus und wenig später wurden wir direkt bis vors Lager gefahren. Jackpot. Die Fahrt dauerte zwar nur rund 15 Minuten, trotzdem schliefen einige Kinder unterwegs direkt ein. Kann ich verstehen. Parallel dazu spielte übrigens auch die Sonne ordentlich mit. Blauer Himmel, hoher UV-Index und am Abend Gesichter, Nacken und Beine in verschiedenen Rottönen. Ich spreche da übrigens ausdrücklich auch für uns Betreuer. Der Spiegel kennt z.B. bei mir leider keine Gnade.
Während wir noch im Bus saßen, gab es im Lager bereits Spaghetti Bolognese für alle Daheimgebliebenen. Außerdem öffnete wieder unser Bauchladen. Die kleinen Jungen und Mädchen waren gestern schließlich nicht in Nes und konnten ihre Süßigkeitenvorräte nun endlich wieder auffüllen. Am Nachmittag wurde es kreativ: Armbänder, Brenn-Peter und viele weitere Bastelangebote standen auf dem Programm. Für Hailey lief allerdings nicht alles nach Plan. Kurz vor der Fertigstellung war das Endes ihres Armbands beschrien – das Band einfach falschherum gehalten. Die Schuldfrage war schnell geklärt: Martina. die Lagerleiterin höchstpersönlich. Zum Glück ging es für sie und einzelne weitere Betreuer am Abend zum Kochleutegottesdienst nach Nes. Um an den Tagesbericht von gestern anzuknüpfen konnte sie dort direkt in den Beichtstuhl.
Zum Abendessen gab es für die Wandergruppe Nudeln, der Rest bekam Brot. Schließlich brauchten wir alle noch Energie. Denn am Abend verwandelte sich unsere Scheune kurzerhand. Aus Ameland wurde Mallorca. Aus Buren wurde El Arenal. Und aus unserer Scheune wurde... na ja... zumindest für zwei Stunden der Bierkönig. Natürlich ohne Bier. Dafür mit Slush-Eis. Erstmals wurde in unserem Lager jenes Getränk gereicht, dass bei den meisten Kindern für Hirnfrost sorgt. Musikalisch wurde alles aufgefahren, was auf keiner ordentlichen Ferienlager-Party fehlen darf. "Der Zug hat keine Bremse", "Johnny Däpp", "Macarena", "Biertornado" und natürlich unsere Lagertänze. Die Stimmung? Überragend. Zum Abschluss sangen wir gemeinsam noch unser Amelandlied. Danach hieß es wie immer: "Zähne putzen, Pippi machen, ab ins Bett." Und tatsächlich ... inzwischen ist Ruhe in den Zimmern eingekehrt. Zumindest bis morgen früh. Mal schauen, welche Song oder welches Hörspiel Spotify dann wieder für uns bereithält. (TJ)
Tag 3 - mit vollem Mund isst man nicht oder wo kommen denn die ganzen Fahnen her?
Merkwürdige Dinge haben sich heute Nacht in Buren abgespielt. Einige dubiose Gestalten schlichen durch die Straßen und hatten Böses im Sinn. Außerdem waren sie schwarz-weiß gestreift und liefen auf vier Beinen im Galopp. Als man näher herangezoomt hatte war es amtlich. Es waren unsere Bierzebras, die des nachts unterwegs und auf Fahnenklau aus waren. Auf dem Kooiweg haben sie dann zugeschlagen und brachten Beute mit zurück ins Lager. Ja passen die Betreuer denn nicht auf? Die schlafen doch direkt dem Jungenzimmer gegenüber. Gute Frage, man müsste sie mal fragen, konnte sie aber nicht fragen, da auch sie zu noch späterer Stunde in Nes ihr Glück versuchten. Ausgerechnet die Fahne des Pastoralteams sollte es sein. So kam es, dass wir jahrelang keine Fahne und jetzt gleich 3 Stück am Maste baumeln haben. Ein Bekennerschreiben und eine kleine Forderung nach etwas Getränkespenden sind bereits eingereicht worden. Schließlich wird die Fahne morgen gebraucht, denn dann findet der erste Küchenmutti-Gottesdienst statt, bei dem auch wir personell gut vertreten sein werden. Ich denke unsere Küche und Lagerleitung werden nach dieser Aktion erst mal schnurstracks in den Beichtstuhl durchmarschieren.
Wir waren relativ leichtsinnig gestern und alles nur, weil Birgit nicht im Dunkeln eine schmoken wollte. Also habe ich ich die bunte Lichterkette an der Scheune entzündet. In heimeliger Atmosphäre lässt sich das Nikotin besser inhalieren. Die brennenden Lampe glichen nahezu einer Einladung zu später Stunde und unsere Freunde aus Münster nahmen sie dankend an und gaben sich ein Stelldichein im Betreuerraum. Wie gut das Hasi da war, der sich als glänzender Gastgeber zeigte und den Besuch bis zum ersten Hahnenschrei bewirtet hat (ohne Dors).
Aber auch diese Nacht neigte sich dem Ende und bald schon saßen alle am Frühstückstisch und warteten auf ein "Ran an den Tisch". Man kann sich denken wer fehlte, aber nicht weil er verschlafen hatte sondern bestohlen wurde. Hasi's Kulturtasche war verschwunden. Dem schloss sich Vincent per Fingerzeig an. Auch seine Waschutensilien hatten sich in Luft aufgelöst. Martina versuchte zu beruhigen, die hat jemand verwechselt, aber ich vermute etwas ganz anderes. Eine ganz perfide Racheaktion auf unseren Fahnenklau. Denn kein Kulturbeutel heißt auch keine Zahnbürste und keine Zahnbürste heißt kein Zähne putzen und kein Zähne putzen bedeutet Mundgeruch und das führt zur Ausgrenzung. Ehe ich die Gedanken weiterführen konnte tauchten beide wieder auf. Hasis Utensilien wurden im kleinen Jungenzimmer gefunden und Louis hat jene von Vincent unter dem Waschbecken entdeckt. Ein ganz normale Morgen.
Der Platz unter den Wäscheleinen sieht noch so leer aus. Können wir den nicht auffüllen? Ja, womit den Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto. Ja, womit den Karl-Otto, womit?
Mit Fahrrädern, dummer August, dummer August, dummer August, mit Rädern dummer August mit Rädern. Gute Idee ihr zwei. Also wurden flugs 30 Kinder zusammengetrommelt und nach vorheriger visueller Größensortierung zum Strandweg gescheucht, wo die Famlie Metz schon ein schönes Potpourri an Zweirädern für uns zusammengestellt hat. Hier und da musste noch ein Sättelchen verstellt oder der Lenker gerichtet werden. Einigen Reifenmänteln fehlte etwas Luft, wie bei der deutschen Nationalmannschaft, aber schließlich waren alle mobil und der Spaß konnte beginnen. Aber zunächst einmal durfte sich jeder einen Parkplatz hinter der Scheune suchen und sich anschließend in selbiger versammeln. Ein Lagertanz sollte heute einstudiert werden. Kommt jetzt die große Überraschung und Marvin ist uns nachgereist um uns doch noch etwas zu präsentieren? Nein, wie soll der tanzen, er hat doch Schulter! Maja und Emma haben sich die Tänze der letzten Jahre noch mal vorgenommen und in zwei verschiedenen Gruppen binnen kürzester Zeit beigebracht. Eine anschließende Gesamtdarbietung auf der Wiese und wir durften uns am Ende gegenseitig bejubeln. Echt gelungen!!
So viel Bewegung macht hunrig. Wie gut das die Küche da ein leckeres Kartoffelsüppchen vorbereitet hat. Aber: das Mittagessen konnte immer noch nicht eingeläutet werden. Unsere Glocke ist und bleibt immer noch verschwunden. Entweder hat sie ein anderes Lager geborgt und nicht ordnungsgemäß zurückgelegt oder es waren Metalldiebe auf dem Speicher. Tanja jedenfalls hat Stein und Bein geschworen, dass die Glocke zu Christi Himmelfahrt bei der Jugendkompanie noch da war. Wie dem auch sei hat Tobi auch hier eine Lösung aus seinem schier entlosen Repertoire parat. Er lässt einfach ein Jingle mit Kirchenglocken über unsere Lautsprecher abspielen. Das funktioniert auch hervorragend, alle Kinder finden sich im Essensraum ein. Es hat aber auch den Nebeneffekt, dass jetzt bei jedem Läuten die Menschen mit Gebetbüchern in unsere Scheune pilgern und dort Gottesdienst mit Karsten Weidisch feiern wollen. Jetzt aber zurück zur Kartoffelsuppe. Die wurde von den meisten zunächst argwöhnisch beäugt, aber nach einer Geschmacksprobe wohl für gut befunden, für sehr gut sogar. Am Ende war es zu wenig, wie auch Hase eingestanden hat. "Bei nächsten Mal machen wir ein Drittel mehr", sprach sie noch, bevor sie mit den Küchenkollegen/Innen zur Buße dreimal den Rosenkranz gebetet hat.
Nach dem Essen Spüldienst mit den kleinen Jungs. Genauer gesagt mit Leo, Toni und Jan. Gut, sind heute ja nur ein paar Teller und Löffel, wird wohl schnell gehen. Das Gegenteil war der Fall: es wurde gebabbelt, gesabbelt und gebrabbelt und das in einer Tour. Die drei hatten ein Arbeitstempo wie die Mitarbeiter der USK-Kleve. Und weiter sabbeln. Als wir beim Besteck angelangt waren, lief mir doch tatsächlich Blut aus dem Ohr. Außerdem war die Mittagspause fast rum - ich hatte weder Handyzeit, noch konnte ich Taschengeld holen.
Taschengeld wurde aber auch nicht gebraucht, denn die kleinen Mädchen und Jungs fuhren gemeinsam zum Kooiplaat, um sich in den Springdünen auszutoben. Weitsprung, buddeln, Bombe spielen, Boule und natürlich Werwolf spielen. Der Nachmittag war recht kurzweilig, aber Werwolf habe ich immer noch nicht verstanden. Der Rest hatte nur ein Ziel, ein gemeinsames. Es ist Montag, es gab die Taschengeldausgabe und der Proviant geht nach zwei Tagen zur Neige. Also nichts wie ab nach Nes, in den JUMBO oder auf einen Kaffee in die Lieblingslokalität um vielleicht doch noch endlich den Zettel voll zu bekommen, bevor der Herrgott dich holt.
Die Leinwand hängt mittlerweile auch wieder vor dem Betreuerraum. Auch dieses Jahr soll es ein gemeinsames Projekt geben und am Ende eine Fotoleinwand entstehen, mit schönen Erinnerungen aus dem letzten Jahr. Für einen Moment dachte ich, sie geht gleich in Flammen auf, denn der Grill stand verdächtig nahe. Richtig, der erste Grillabend! Hasi und Nico wurden zum Fleischbeauftragten befördert und legten reichlich auf. Die Beilagen steuerte die Küche bei. Einen kleinen Jubelgesang gab es, als am Ende die Speckläppchen angepriesen wurden. Anjas Bitte nach einem schwarzen Speckläppchen wurde sofort erfüllt und als Hasi es erneut servierte, war es so schwarz, dass es sich Anja gleich erst einmal als Roberto Blanco vorstellte. Sie und Emma ließen es sich schwesterlich schmecken.
Zum Tagesabschluss wurde noch mal in die Scheune gebeten. Tanja hatte die Montagsmaler vorbereitet und gruppenweise ging es im Geschlechterkampf um die meisten Begriffe. Nach dem Hydration Break durften noch die Gewinner der "Willkommen auf Ameland"- Bound gekürt werden. Es waren die Mittleren Mädchen. Die Montagsmaler auf Montag, dass muss man erst mal hinbekommen. Das soll aber nicht heißen, dass wir am Donnerstag Dalli Dalli spielen. Die Gerüchteküche ging heute auch wieder an den Start. Viele Gerüchte aus den Zimmern und viele Gerüche auf den Zimmern. Die Liste der Angeblichkeiten war lang und besonders die Namen Jarne sowie Tobi waren stark vertreten. Ist an deren Gerüchten was dran?
Zum Schluss dürfen wir Lenny in unserem Kreis aufnehmen. Nach 18tem Geburtstag und anschließendem Parooka möchte er sich hier im Lager erst einmal ein wenig von den Strapazen erholen. Ob das klappen wird?
Zum Schluss die Zweite möchte ich noch erwähnen, dass Leander heute mehrmals gekimt wurde. Es lag wahrscheinlich daran, dass auf seinem Trikot Kimmich steht. Nach dem Brüller dürft ihr lachen, vielleicht eins, zwei oder drei, für uns jedenfalls ist der Tag und der Bericht hiermit vorbei. (LR)
Tag 2 – Willkommen auf Ameland oder Wiedereröffnung des Bauchladens
Wer kommt eigentlich auf die Idee, das „Spiel um Platz 3“ um 23 Uhr zu starten? Nun ja, als durchaus fußballinteressiertes Lager hieß es: Scheune, Leinwand, Fußball. Stand ja auch schon gestern im Tagesbericht. Warum ich es trotzdem nochmal erwähne? Weil Infantino und Co. so dafür sorgten, dass im gesamten Lager erst spät Ruhe einkehrte. In den meisten Zimmern wurden noch die Lebensgeschichten der Kinder ausgetauscht, Witze erzählt, Schnupp gegessen – typischer Lagertag 1 eben.
Wir Betreuer also so schlau, denken uns: Komm, tuen wir den Kindern was Gutes. Frühstück erst um 10 Uhr. Joar, super. Jetzt überlegt mal, wer schon ab 07 Uhr wach war. Und nicht nur wach war, sondern HELLWACH. Unser Plan, um 09:15 Uhr mit der Weckmusik zu starten, ging also nicht ganz so gut auf. Denn die Kinder waren schon längst topfit auf der Lagerwiese.
Aber: The regels sind the regels und wenn wir sagen, es gibt um 10 Uhr Frühstück, dann wird auch bis 10 Uhr gewartet. Egal, wie vielen Kindern der Magen in der Kniekehle hängt. Also geht Connie ans Mikrofon (für alle: Ja, wir haben ein Mikrofon und jedes Zimmer ein Lautsprecher. Ein Fest für die Betreuer. Insbesondere für Connie. Später mehr). Zurück zum Frühstück: Connie sagt durch „Ran an den Tisch“ und für die Kinder war das die Einladung für „Essen fassen“. Dass wir als Kellener Lager IMMER gemeinsam starten zu essen, üben wir dann ab morgen nochmal. Für Pappebrot, Streusel und Schinkenwurst gab es aber diesmal kein Halten. Nach dem Frühstück: Spüldienst und Tagesdienst – Toiletten, Duschen, Flure saubermachen. Die großen Jungs und Mädchen waren dran, unsere Gemeinschaften wieder in Schuss zu setzen.
Es folgte Gruppenprogramm: Werwolf, Imposter, Fußball, Malen, der Besuch beim privaten Friseur (namentlich: Jan Hülswitt) und dabei die Gruppe nochmal kennenlernen. Also alles, was dann über die Lebensgeschichten aus der ersten Nacht hinaus ging.
Zum Mittagessen hat die Küche Käsesuppe gereicht. Mhhh. In der Mittagspause wurde dann die erste Filiale von Tabacco&More auf Ameland eröffnet. Auch genannt „Bauchladen“. Unser hauseigener Lagerkiosk bestehend aus Gummibärchen, Schokolade, Nüssen und viiiielem mehr. Vielen Dank an dieser Stelle für die großzügige Süßigkeiten-Spende. Freddy und Anja standen hinter der Verkaufstheke und sorgten dafür, dass die Kunden ein schönes Einkaufserlebnis hatten. Ganz nach dem Motto: Einmal hin, alles drin. Denn Auswahl haben wir wirklich genug. Übrigens: Wir haben eine neue Regel. Maximalwert für den Einkauf: fünf Euro pro Person. Warum? Naja, wir erinnern uns an Magnus im vergangenen Jahr, der an Tag fünf oder so den Plan hegte, den Bauchladen quasi zu überfallen und mal locker die Hälfte des Bestands zu kaufen. Parallel zum Süßigkeiten-Shopping wurden auch die Handys verteilt und einige anderen Kinder zog es zur benachbarten Eisdiele. Um noch für weitere Unterhaltung zu sorgen, haben wir wieder die Lautsprecher angeknipst und den Kindern mit gaaaanz toller Musik belohnt. Und Connie hat wieder das Mikrofon für sich entdeckt: Jetzt wissen wir endlich, wie wir Beatboxen können. Ich sag nur „Miezekatze“. Und was Connie im Bus auf dem Klo gemacht hat – denn das Mikrofon war noch an. Bisschen blöd gelaufen.
Am Nachmittag hieß es dann: Supermarktangebote. Was? Wieder shoppen gehen? Wieder Süßigkeiten besorgen? Neeiiin, keine Panik. JUMBO hat sonntags zu. Zum Leidwesen der großen und mittleren Jungs, die langsam Entzugserscheinungen bekommen. Statt Supermarktangebote können wir auch AGs sagen – machen wir auch einfach mal ab jetzt. Macht ja Sinn. Unsere Angebote diesmal: Lagerfahne bemalen, Fußball spielen, Wasserspielplatz erkunden und Tassen/T-Shirts bemalen. 62 Kinder, vier Aktionen zur Auswahl. Was will man mehr. Insbesondere die „Bierzebras“ sorgten mit ihrer Lagerfahne für Begeisterung. Schließlich gab es in den vergangenen Jahren oft das Vorhaben, eine Flagge zu haben. Bis Lagerende war der Mast aber leer. Diesmal, Tag 2, Rekordverdächtig. Die Gruppe „Fußball“ wurde schnell zur Gruppe „Irgendwas mit Ball“. Denn das Volleyballfeld ist 2026 in Benutzung. Ich bin euch ehrlich: Ich bin das achte Mal mit dem Kellener Lager unterwegs und kann mich nicht dran erinnern, dass das Feld genutzt wurde. Wow!
Ausgepowert hieß es dann wieder Essen fassen – und direkt ein Highlight der Lagerküche: es gab Schnitzeln mit Kroketten, Brokkoli und Sauce Hollandaise. Rückmeldung von unseren Küchenmuttis übrigens: Die großen Jungs waren bei der Sauce am unkompliziertesten. War aber bisher auch eines der wenig durchweg positiven Rückmeldungen zu den großen Jungs. Ausbaufähig, aber nicht aussichtslos.
Apropos Küchenmuttis und Abendessen: In den vergangenen Stunden sammelten sich immer mehr Fliegen rund um die Küche an. Warum nur? Wir wussten es nicht. Überlegten schon, was wir machen können, um uns von der Plage zu befreien. Dann die Rettung – oder eher der Schock!? Im Backofen waren noch Frikadellen. Vergessen vom Lager vor uns. Igitt. Aber jetzt sind wir wenigsten die meisten Fliegen los. Aber scheinbar noch nicht alle: das Zimmer der mittleren Mädchen sei noch ein beliebtes Ziel der Fliegen – was lagern die bitte in ihren Koffern. Sind es auch Frikadellen? Will ich es wissen? Ich glaube lieber nicht.
Nach dem Essen wurde unsere Public Viewing Zone wieder aufgebaut. Die Scheune wurde dank Leinwand zum Platz fürs Rudelgucken. Davon ließen sich die Kinder anfangs aber nicht begeistern. Ich will nochmal kurz dran erinnern: Vor dem Lager wurden wir von den Kindern gefragt, ob wir denn auch die WM-Spiele gucken würden. Jaaa, natürlich machen wir das. Dann dachten wir aber auch, dass die meisten Mädchen und Jungs – zumindest die Jungs – auch das Finale gucken wollen. Je länger das Spiel andauerte, desto voller wurde dann auch die Scheune. Letztlich saßen so 40 Kinder zwischendurch in der Scheune. Ein Kommen und Gehen war das eher. Denn bis zur Verlängerung war die Partie ja gar nicht mal so spannend. Ihr werdet es mitbekommen haben: SPANIEN IST WELTMEISTER. Aber gut, Argentinien kennt das auch in der Verlängerung ein Gegentor zu kassieren und zu verlieren. Wir erinnern uns an 2014: Jogi Löw und die deutsche Mannschaft hatte noch etwas auf dem Kasten. Naja, anderes Thema.
Wir müssen kurz zurückspringen: In der Halbzeitpause, die ja auch gar nicht mal so kurz war, haben wir uns mit allen Kindern versammelt und unser Lagersong gesungen. „Es ist Sommer am Meer“. Mit einem eingängigen Refrain, der auch bei allen neuen Kindern zum Ende des Lieds locker von den Lippen ging. Inzwischen sind alle im Bett, in den Zimmern ist Ruhe eingekehrt und morgen beginnt der erste Werktag auf Ameland. Ohne Fußball, dafür mit JUMBO. Yeah! (TJ)
Tag 1 - der Bus ist aber groß oder der elektrische Tacker liegt in Kiste 44
Heute Morgen herrschte "Alarmstufe Rot" bei den Stadtwerken Kleve. Der Druck auf der Hauptwasserleitung hatte rapide nachgelassen. Was war passiert? Schnell wurde ein Krisenstab zusammengetrommelt. Stadtwerke Geschäftsführerin Claudia Dercks erschien sichtlich nervös. Statt der üblichen Perlenkette um den Hals trug sie Schweißperlen auf der Stirn. Mit am runden Tisch saß auch Wolfgang, auch bekannt als der Ehegatte unserer Küchenmutti 'Hase'. Mit verschrenkten Armen vor der Brust und einem schmierigen Grinsen im Gesicht genoß er sichtlich die Ratlosigkeit der Anwesenden. Dann jedoch erlöste er die Ahnungslosen, denn er kannte den Grund: Kellen fährt nacht Ameland. Es ist wieder so weit. Die Erde hat die Sonne einmal umrundet, das Jahr ist vorbei und das Warten hat ein Ende. 62 Kinder wurden deshalb heute Morgen noch einmal einer gründlichen Grundreinigung unter der Dusche unterzogen, denn die Körperpflege wird für die meisten Kinder in den nächsten 14 Tagen auf ein Minimum reduziert. Das war wohl zuviel für unser marodes Wassernetz in Kleve. Frau Dercks war erleichtert und Wolfgang durfte seine Personalnummer angeben. Er ist für eine Beförderung vorgesehen.
Die Kirmes ist erst in fünf Wochen, aber der Parkplatz am Finanzamt war heute schon gut gefüllt. Mit einer einzigen, großen Jugendkompanie. Madame Gazelle erteilte uns den Reisesegen. "Sich reichlich bewegen, bei Sonne und Regen". Den Regen lass mal schön hier, Christel, denn es war Christl Winkels, die den Reisesegen erteilte. Jetzt habe ich es leider schon vorweg genommen. Sie wird als Madame Gazelle noch eine Rolle spielen, wie wir alle anderen auch, die wir einen neuen Charakter zugewiesen bekommen haben. Und das alles nur, weil Emma Anja auf der Vortour einen zweiten Instagram-Account angelegt hat. Später mehr.
18 Jahre ist es nun her da hat Martina die Lagerleitung inne gehabt. Wie ein Komet, der alle Jubeljahre wiederkehrt hat sie nun erneut den Chefposten übernommen. Nahezu ein Jahr Vorbereitung und heute geht es los. Viel Glück und viel Spaß Martina!
Nach sieben Jahren ist es für mich die erste Busfahrt, da ich bisher immer im Vortrupp dabei war. Ich muss sagen ich war doch ein bisschen enttäuscht. Unten saßen gerade einmal vier Kinder nebst Betreuern. Alle anderen saßen in der oberen Etage, denn wir hatten einen Bus für 90 Personen bekommen. So viele Kinder oben, da muss es doch laut sein. War es aber nicht. Also entweder sind die holländischen Busse weitaus mehr schallisoliert als die holländischen Häuser oder es lag eventuell daran, dass die Mitglieder der Großen Jungen gestern noch fast komplett auf dem 18. Geburtstag von Lenny waren. Die Nacht war also kurz und der Schlaf wurde nachgeholt. Sollte in zukünftigen Berichten einmal die Rede von den "Bierzebras" sein, dann sind damit die Großen Jungen gemeint. Diesen Cliquennamen unterstreichen die eigens angeschafften einheitlichen Trikots. Der Bus war bei der Ankunft erstaunlich sauber, was natürlich auch an Connie's Katzenstreu gelegen haben mag, den sie zur Sicherheit gegen Reiseübelkeit auf den Gängen verteilt hat. Lediglich ein Cappie und eine Sonnenbrille blieben im Bus liegen und wurden nicht vermisst. Zumindest die Sonnenbrille durfte dann auch erst mal weggepackt werden, denn am Fähranleger erwartete uns ein leichter Nieselregen. Beim anschließenden Fußmarsch blieben wir aber zum Glück trocken.
Am Lager angekommen begann das große Betterücken und ich habe keine Klagen gehört. Alle sind zufrieden, alle haben ihren Wunschplatz, aber nicht alle haben ein Bettlaken. Da hat wohl die Druckerschwärze nicht auf allen Kleiderzetteln gedruckt. Aber Carla (unsere Vermieterin) hat zum Glück noch einige Ersatzlaken parat. Leo steht gerne im Mittelpunkt, deshalb hat er ein Bett in Zimmermitte zu allen vier Seiten offen bekommen. Ja und wer zeltet denn da bei den kleinen Jungs? Ach nein, das ist nur ein Moskitonetz eines Kindes. Aber bitte nicht den Schlüssel verlieren, sonst kommst Du nicht raus, wenn Du mal Pipi musst.
Während das Lager hergerichtet wird, wurde die Wiese schon fleißig in Anspruch genommen. Zumindest was davon noch übrig geblieben ist. Die letzte Hitzewelle hat ganze Arbeit geleistet. Ein Traum in gelb! Gelb ist auch der Tacker, der überall gesucht wurde. Laut Liste sollte dieser in Kiste 44 liegen, lag er aber nicht. Nach langer Suche wurde er gefunden und auch gleich gebraucht um die Tücher in der Scheune aufzuhängen. Dabei trug Tanja Connie auf, die Regenbogentücher zu suchen. Die haben wir aber gar nicht und Connie hat sich einen 'Wolf' gesucht. Hat sie deswegen vielleicht den Charakter "Wendy Wolf"?
Zwischendurch war Zeit für den ersten Kaffee, selbstverständlich auf der Bank vor dem Lager. Jetzt ist der Sommer schon fast wieder zu Ende. Hinter uns bliesen schon die ersten Laubbläser. Aber nein, es waren die Föns der großen Mädchen, die durch die Haare bliesen. Warum? Sie haben weder geduscht, noch hat es geregnet.
Es gibt Essen - ohne Glocke, denn diese wurde noch nicht gefunden. In der benachbarten Pommesbude wurden zwei Pötte geordert und die Beilagen kreierte "Hasi" an der lagereigenen Friteuse. Wie eine achtarmige Krake wirbelte er die Frittierkörbe und dekorierte die Pommes mit Fleischrollen, Kasssouflees und Hähnchen-Nuggets. Ja, Ihr habt richtig gehört, unser Hasi ist wieder mit im Team. Nach zweijähriger Babypause und somit drei Jahren ohne Lager unterstützt er das Küchenteam und hat als Getränkebeauftragter die wohl verantwortungsvollste Aufgabe im ganzen Team. Bei der Gelegenheit können wir auch gleich die weiteren New- und Backcomer vorstellen. Dominic, Niko und Freddy für die Jungs und Connie für die Mädels sind neu in der Betreuerrunde. Ebenfalls wieder dabei ist "Hase". Sie komplettiert das Küchenteam. Für die neuen Leser unter den Eltern sei gesagt: Es ist kein Tastaturfehler, ich habe auch keine krummen Finger beim Schreiben. Es gibt "Hase" und es gibt "Hasi". Und es gibt noch Lenny, der am Montag das Team unterstützen wird und die kleinen Jungen betreut. Wird auch Zeit finden Freddy und ich, denn Tag 1 hat uns schon gefordert. Fehlt noch Christa, die nach einem Jahr Pause wieder die Küche macht und KLE-MC steuert.
Eine erste Spielerunde gab es dann auch noch. Nein, kein Bosselen, doch Bosseln war auch dabei, aber nur eine kleine Strecke. "Willkommen auf Ameland" hieß die Bound, die Tanja vorbereitet hatte. Sie diente dazu, den Neulingen eine wenig den Ort bekannt zu machen und es galt auch einige Aufgaben zu lösen. Von Riskemooi über Fahrrad Metz ging es bis zum Strand. Dort war es windig, sehr sehr windig. Es wehte uns geradezu mehr Wind um die Ohren als derzeit Jens Spahn in Reihen der CDU. Auf dem Weg zurück kamen uns die Großen Jungen entgegen, alle ein dickes Softijs auf der Faust. Dieses fiel Betreuer Tobi dann auch fast aus der Hand als er bemerkte das sie die Tasche mit den Utensilien vergessen hatten. Also schnell das Eis aufgeschleckt und im Laufschritt zurück zum Lager. Die Gruppe hatte die Order an Ort und Stelle auf ihn zu warten und Ort und Stelle bedeutet in diesem Fall vor einer Bushaltestelle. Also Tobi weg und der Bus kam. Ich weiß jetzt nicht, wer die glorreiche Idee hatte. Mir wurde nur überliefert das Leander seine Niederländisch Kenntnisse angewendet hat (übrigens eines seiner Abiturfächer). Das Wort "strand" übersetzte er ins Deutsche "Strand", was soweit auch richtig war, aber dahinter stand noch "Veerbooten". Neun mal Schweinchen schlau investierten also jeder 2 Euro um sich zum Strand fahren zu lassen (Entfernung zum Strand Buren: 300 m) - es war aber leider der Neser Strand und der Bus hat nicht gehalten. Dumm gelaufen für die Jungs und umsonst gelaufen für Tobi. Zum Glück waren die Zeugniskonferenzen schon, ich denke sonst hätte man keinen versetzen können. Von wegen "Bierzebras", für mich sind das Kakaoochsen!
Zurück im Lager gab es noch eine paar Schnittchen und gesundes Zeug aus dem Garten. Wer möchte der darf gerade noch in der Scheune das Spiel um Plazt drei auf Großleinwand schauen. Der Rest hat sich auf die Zimmer begeben und ich denke die Meisten werden froh sein nach einem langen Tag in die Horizentale zu kommen.
Hoffen wir auf schönes Wetter, viel Spaß und eine tolle Gemeinschaft. Kellen geht nicht steil, Kellen geht senkrecht! (LR)
Tag 0 - Gepäckabgabe
Liebe Kinder, liebe Eltern,
bitte dankt dran, dass wir am Freitag (17.07.) die Gepäckstücke für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Pfarrheim in Kellen einsammeln. (TJ)